10 Jahre Tacrolimus: Bessere Chancen für transplantierte Organe

31.03.2006 | München
Mit der Einführung von Tacrolimus (Astellas Pharma) vor nunmehr einem Jahrzehnt begann eine neue Ära der Organtransplantation. Tacrolimus verbesserte die Ergebnisse bei etablierten Transplantationen und erweiterte die Möglichkeiten bei selteneren Transplantationen, bei denen aufgrund einer erhöhten Immunogenität die Ergebnisse noch wenig befriedigend waren.

Inzwischen hat sich Tacrolimus als Basisimmunsuppressivum nach Nieren-, Nieren-Pankreas- und Lebertransplantation etabliert. Für die Herztransplantation wurde auf der Basis positiver Studienergebnisse die Zulassung beantragt, die in Kürze erwartet wird.

Ehrgeiziges Forschungsprogramm

In einem für die Transplantationsmedizin einzigartigen Forschungsprogramm wurden in bislang mehr als 650 klinischen Studien mit weltweit über 39.000 Patienten Fragen zu Wirksamkeit, Verträglichkeit geklärt und verschiedene Therapieregimes untersucht - auf der Suche nach der optimalen Immunsuppression. Im Rahmen des Symposiums

"10 Jahre Prograf" in der Transplantationsmedizin - eine wissenschaftliche Evaluation" gaben Experten verschiedener Transplantationszentren, die einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Substanz geleistet hatten, einen Überblick über den Stand der klinischen Entwicklung und die aktuelle Studienlage.

Die Ergebnisse klinischer Studien und die Erfahrung aus dem breiten Einsatz in der Leber-, Nieren- und Nieren-Pankreastransplantation haben gezeigt, dass Tacrolimus dem Ciclosporin in wesentlichen Wirksamkeits- und Verträglichkeitskriterien überlegen ist. Bei anderen, selten durchgeführten Transplantationen, wie Hand-, Gelenk- oder Multiviszeral- und Dünndarmtransplantationen, bei denen neben der technischen Schwierigkeit auch die Beherrschung der besonderen immunologischen Situation eine Herausforderung darstellt, eröffnet Tacrolimus neue Perspektiven.

Nierentransplantate leben länger

Die Niere ist das mit Abstand am häufigsten transplantierte Organ. Aus diesem Grund steht die Verbesserung der Langzeitergebnisse im Brennpunkt des Interesses der Transplantationsmedizin. In mehreren großen klinischen Studien hatte sich, wie Prof. Dr. Uwe Heemann, ausführte bereits eine Überlegenheit von Tacrolimus gegenüber Ciclosporin hinsichtlich des Transplantatüberlebens abgezeichnet. Dies hat nun kürzlich auch eine große Metaanalyse der unabhängigen Cochrane Collaboration, die 30 randomisierte klinische Vergleichsstudien zu Tacrolimus und Ciclosporin untersuchte, bestätigt. Es zeigte sich, dass unter einer Immunsuppression mit Tacrolimus die Voraussetzungen für das Langzeitüberleben der Transplantate deutlich besser sind. Insgesamt wurde bei allen untersuchten Kriterien ein Vorteil zugunsten von Tacrolimus ersichtlich. Patienten unter Immunsuppression mit Tacrolimus hatten weniger Abstoßungsreaktionen, ein geringeres atherogenes Risiko, und ein besseres Transplantat überleben. 1

Quelle: Pressemeldung Astellas Pharma GmbH

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