1. Sächsisches Selbsthilfeforum: Mit Krankheit besser leben
Wie können Patienten mit ihrer Krankheit besser leben? Dieser Frage widmete sich das 1. Sächsische Selbsthilfeforum am 12. September in Dresden. Dieses Forum hatten der Sächsische Apothekerverband (SAV) und die betapharm Arzneimittel GmbH ins Leben gerufen, um den Austausch und das Verständnis zwischen Apothekern und Selbsthilfegruppen zu fördern. "Das Vernetzen und das Verständnis für den anderen ist auch ein wichtiger Schritt zur besseren Versorgung der Patienten," erklärte betapharm-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Niedermaier. Gerade Apotheker können hier wichtige Ansprechpartner für Patienten sein, "Apotheken und Selbsthilfegruppen sind als Team ein Erfolgsmodell", konnte die stellvertretende Vorsitzende des SAV und Landesbeauftragte für Selbsthilfegruppen, Eike Barthel, aus eigener Erfahrung berichten.
Für diesen Erfolg ist aber auch Wissen nötig - Weiterbildung und Information waren deshalb weitere Bausteine des Selbsthilfeforums. So führte Prof. Günther Schneider, Landtagsabgeordneter und Sozialjurist aus, dass Apotheken und Ärzte gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihre Patienten vor der Behandlung über die Therapie aufzuklären. Zugleich habe aber der Wille des Individuums Vorrang, "Heilberufe müssen die Entscheidung des Patienten akzeptieren". Wie das in der Praxis umgesetzt werden soll, zeigte die Frage einer Apothekerin. Sie hatte einer Patientin mit einer schweren Durchfallerkrankung empfohlen, einen Arzt aufzusuchen. Doch diese verweigerte sich. Der Apothekerin war nun nicht klar, ob sie dies so einfach akzeptieren dürfe "Sie haben ganz richtig gehandelt", beruhigte der Jura-Professor. Aufklärung und der Hinweis auf den Arztbesuch seien der richtige Weg, entscheiden müsse aber der Patient.
Gespräche sind ein entscheidender Faktor für eine gute Patientenversorgung. Schon Hippokrates predigte "erst das Wort, dann die Arznei, dann das Messer" so der zweite Experte Prof. Dr. med. Joachim Kugler, Gesundheitswissenschaftler an der TU Dresden. Studien hätten gezeigt: "Wenn Sie etwas über Ihre Patienten erfahren wollen, sollten sie mit ihnen reden". Das kann zu einer besseren Compliance führen und verbessert letztlich insgesamt die Lebensqualität des Patienten. Das gilt aber nicht nur für das Gespräch zwischen Patient und Apotheker. Patienten sollten sich auch in der Gesellschaft stärker zu Wort melden. Das sei eine Herausforderung gerade für Selbsthilfegruppen, sie sollten als Interessenvertreter auch politisch aktiver werden, forderte Professor Kugler.
Weiterbildung wurde aber nicht nur durch Gastredner vermittelt, sondern auch im Rahmen von drei praxisnahen Workshops. Zu den Themen "Soziale Beratung", "Patientenvorsorge" und "Zusammenarbeit von Apotheken mit Selbsthilfegruppen in der Praxis" diskutierten Apotheker und Selbsthilfevertreter zum ersten Mal gemeinsam. Ein Beispiel, das Schule machen dürfte. Denn das 1. Selbsthilfeforum soll eine Fortsetzung finden.
Quelle: Pressemeldung betapharm Arzneimittel GmbH
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