"20 Prozent der Hausärzte sind vom Burn-out betroffen"

11.05.2009 | Heidelberg
Der 10. Heidelberger Tag der Allgemeinmedizin ermunterte zur Prävention / Größte Fortbildungsveranstaltung für Hausärzte in Baden-Württemberg

Jeder fünfte ist schon betroffen: Hausärzte, die sich vor einem "Burn-out" durch ihren aufreibenden Job schützen wollen, müssen frühzeitig etwas für sich tun. Nur so hätten sie genug Energie, um auf Dauer engagiert ihre Patienten medizinisch versorgen zu können, erklärte Professor Dr. Armin Wiesemann, Allgemeinmediziner und Lehrbeauftragter der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Heidelberg (Ärztlicher Direktor Professor Dr. Joachim Szecsenyi), die zum 10. Heidelberger Tag der Allgemeinmedizin am 8. Mai 2009 eingeladen hatte. "20 Prozent der Hausärzte sind vom Ausbrennen betroffen, beziehungsweise stark gefährdet." Der Heidelberger Tag der Allgemeinmedizin ist mittlerweile die größte Fortbildungsveranstaltung für Hausärzte in Baden-Württemberg.

Warum sind gerade Hausärzte vom Ausbrennen betroffen? "Hausärzte kümmern sich oft sehr intensiv um gesundheitliche Probleme anderer Menschen, tragen ein hohes Maß an Verantwortung und kümmern sich oft weniger um das eigene Wohlergehen und das ihrer Familie", fasste Professor Wiesemann zusammen. Dazu kommen politische und wirtschaftliche Zwänge in ihrer Praxis, denen sie als "Kleinunternehmer" ausgesetzt sind.

Wenn nötig, "Personal Trainer" engagieren

Burn-out sei sehr wohl ein Prozess, dem vorgebeugt werden könne. Schlafstörungen, Erschöpfung, chronische Müdigkeit und Lustlosigkeit sind sichere Hinweise. Um aktiv dagegen anzugehen, seien selbstkritische Fragen und ein Perspektivenwechsel erforderlich, erklärte auch die Psychotherapeutin Frauke Nees.

Die Mediziner sollten verstärkt Sport treiben, Übungen zur Muskelentspannung in ihren Alltag aufnehmen, bewusst kürzere Arbeitszeiten anstreben und Gelassenheit und Humor als Geisteshaltung anstreben. Wer solche Veränderungen nicht aus eigener Kraft schaffe, solle sich nicht scheuen, die Unterstützung eines Profis, eines "Personal Trainers" oder "Coachs" in Anspruch zu nehmen.

Quelle: Pressemeldung Universitätsklinikum Heidelberg

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