Ab sofort möglich: Pollenflug auf einen Blick erfassen
Bundesforschungsministerin Annette Schavan eröffnete am Montag die Pollenflugzentrale des Deutschen Wetterdienstes in Freiburg. Bis Ende 2011 wird in Deutschland ein Messnetz von fünfzehn automatischen Pollenmonitoren aufgebaut. Diese Geräte, die in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) Sankt Augustin und dem Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM) Hannover entwickelt wurden, melden aktuelle Daten an die Zentrale in Freiburg. Damit liegt jederzeit ein detailliertes Bild über die aktuelle Pollenbelastung in Deutschland vor, das in dieser Vollständigkeit noch nie verfügbar war. Die Beobachtungsdaten werden anschließend mit den Wettervorhersagen des Deutschen Wetterdienstes zur Pollenflugvorhersage weiterverarbeitet.
Annette Schavan: "Auf dieser Grundlage kann die Lebensqualität von zwölf Millionen Pollenallergikern in Deutschland entscheidend verbessert werden. So schnell und so umfassend kann weltweit nirgends sonst über das jeweilige Pollenaufkommen informiert werden. Allergiker können auf Basis dieser Information umgehend gezielte Maßnahmen gegen ihre allergische Reaktionen ergreifen. Das lindert die teilweise sehr starken Beeinträchtigungen, unter denen Pollenallergiker leiden. Die Pollenflugzentrale ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Forschung ganz konkret für die Steigerung unserer Lebensqualität eingesetzt werden kann."
Die Effektivität der vollautomatischen Pollenanalyse wurde in einem vierjährigen Forschungsprojekt demonstriert, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt wurde. Das mittelständische Unternehmen Helmut Hund GmbH aus Wetzlar hat im Anschluss an diese Forschung dann den weltweit ersten vollautomatischen Pollenmonitor BAA (Bio-Areosol-Analysator) entwickelt und zur Serienreife gebracht.
Der erste vollautomatische Pollenmonitor der Welt
Die Pollenallergie ist mittlerweile zu einer Volkskrankheit geworden: 15 Prozent der deutschen Bevölkerung leidet alljährlich während der Blüte einer breiten Palette von Pflanzen unter den Folgen einer Pollenallergie. Das reicht von brennenden Augen und lästigem Niesreiz bis zum lebensbedrohlichen Schock. Jede Allergie ist dabei individuell ausgeprägt. Der eine reagiert auf Birke und Erle, die andere auf Hasel, Weizen oder Gräser. Für Pollenallergiker ist es daher wichtig, genau zu wissen, wann die quälenden Pollen fliegen. Je exakter die Daten über Pollenarten und -konzentrationen sind, desto gezielter können Allergiker Gegenmaßnahmen ergreifen und etwa ihre tägliche Medikamentendosis abstimmen. Der Wunsch der Betroffenen: aktuelle und regional spezifizierte Informationen.
Allergiker verfolgen die seit fast 30 Jahren angebotenen Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes in Tageszeitungen und anderen Medien. Doch die hierfür seit den 50-er Jahren eingesetzten sogenannten Burkhard-Fallen sind zu langsam, zu aufwändig und zu umständlich. Herzstück des neuen vollautomatischen Pollenmonitors ist dagegen die Kombination eines speziellen Fluoreszenzmikroskops und modernster Informationstechnologien.
Diese modernsten Geräte melden ihre Ergebnisse an die Zentrale in Freiburg. Den Meteorologen steht das Auswerteergebnis stündlich in Form einer Matrix inklusive aller relevanten Umweltdaten wie etwa Luftdruck, Temperatur und relativer Feuchte zur Verfügung. Damit wird jederzeit ein detailliertes Bild der aktuellen lokalen Pollenbelastung in Deutschland erstellt. Diese Beobachtungsdaten werden anschließend mit den Wettervorhersagen des Deutschen Wetterdienstes zur Pollenflugvorhersage weiterverarbeitet. Damit ist es endlich möglich, Allergiker sehr schnell über die ihn betreffenden Allergene zu informieren.
Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung
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