Anhörung zum IQWiG-Vorbericht und den Stellungnahmen zum Nutzen von Donepezil (Aricept")
Am 14.11.2006 fand im Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) die wissenschaftliche Anhörung zum Vorbericht zur Nutzenbewertung von Acetylcholinesterase-Hemmern und den darauf eingegangenen Stellungnahmen statt.
In seinem am 08.09.2006 auf der Homepage (www.iqwig.de) veröffentlichten Vorbericht war das IQWiG zu dem Ergebnis gekommen, dass Donepezil (Aricept") und die anderen Acetylcholinesterase-Hemmer "bei Patienten mit einer Alzheimer-Demenz leichten bis mittleren Schweregrades einen Nutzen bezüglich des Therapieziels Besserung bzw. Erhalt der kognitiven Leistungsfähigkeit" haben. Weiterhin bescheinigte das Institut für Acetylcholinesterase-Hemmer einen Nutzen im Bezug auf die Besserung bzw. Verhinderung der Beeinträchtigung der Aktivitäten des täglichen Lebens und eine Verbesserung des klinischen Gesamteindrucks.
Diese Einschätzung entspricht dem aktuellen und von breitem Konsens getragenen internationalen medizinischen Wissensstand zur Therapie der Alzheimer-Demenz. (1) (2) (3) (4) (5)
Allerdings wurden durch die Beschränkung in der Analyse und Bewertung ausschließlich auf bestimmte randomisierte und kontrollierte Studien weitere wichtige Wirksamkeitsaspekte nicht oder aus unserer Sicht nicht adäquat gewürdigt.
Auch wurden wichtige Zielparameter durch das Amendment des Berichtsplans im Juni 2006 in ihrer Bedeutung abgewertet, nämlich angehörigenrelevante Therapieziele und der durch den behandelnden Arzt zu erhebende klinische Eindruck (z.B. durch die CIBIC-Skala). Außerdem waren einige methodische Aspekte der bewerteten Studien kritisiert worden. Entsprechend wurden jeweils von Eisai und Pfizer wissenschaftliche Stellungnahmen abgegeben, die auch weitere, über die in den Publikationen und dem Vorbericht hinausgehende (Meta-)Analysen enthielten. Die zusätzlichen Metanaalysen haben gezeigt, dass von einem Nachweis des Effekts von Donepezil auf die Aktivitäten des täglichen Lebens auszugehen ist.
"Die wissenschaftliche Anhörung fand in einer weitgehend sachlichen und konstruktiven Atmosphäre statt, auch wenn teilweise kontroverse Ansichten diskutiert wurden. Aus meiner Sicht ist es uns gelungen, klarzustellen, dass unsere Studien zu Donepezil durchweg gemäß hohen internationalen Standards GCP-konform durchgeführt wurden. Wo die redaktionelle Aufbereitung in Publikationen nicht ausführlich genug schien, konnten wir anhand der Klinischen Studienberichte Kritikpunkte ausräumen," berichtete Dr. med. Helga Schmitz, Direktorin Medizin bei Eisai von der Anhörung.
"Mir war es als Psychiater wichtig, die überragende Bedeutung der Kognition als Grundlage aller selbstständigen Lebensgestaltung und allen zielgerichteten Handelns darzulegen. Jeder Bereich des menschlichen Handelns und Fühlens im Alltag ist von kognitiven Fertigkeiten abhängig. Insofern ist die Verbesserung oder der Erhalt der kognitiven Leistungsfähigkeit das aus unserer Sicht prominente patientenrelevante Therapieziel für Patienten, die an einer Alzheimer-Demenz leiden. Dies kann mit Donepezil bei vielen Patienten nachgewiesenermaßen erreicht werden. Zur Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz gibt es derzeit keine adäquate medikamentöse Alternative," erläutert Dr. med. Rainer Zerfaß, Senior Product Physician bei Pfizer den aus seiner Sicht unzweifelhaften Nutzen der Behandlung mit Aricept" (Donepezil).
Auch Friedhelm Leverkus, Leiter Biometrie bei Pfizer, kommentiert die Anhörung: "Das war eine gute, konstruktive Diskussion. In der Vergangenheit wurde gelegentlich theoretische Kritik an statistischen Auswertungsstrategien unserer Studien geäußert, die allerdings auch nach Ansicht des IQWiG durch empirische Daten gar nicht gestützt wird. Dennoch haben wir zum Vergleich moderne mathematische Ersetzungsstrategien genutzt, um erneut zu zeigen, dass die theoretische Kritik unbegründet ist. Wir wollen diese Auswertungen publizieren, um die wissenschaftliche Diskussion hierum mit neuen Erkenntnissen zu bereichern. Selbst die von den Zweiflern vorgelegte Analyse zeigt, wenn man genau hinschaut, dass die Ergebnisse unserer Studien valide sind. Der Nutzen von Donepezil ist, wie schon die verschieden Metaanalysen von RCTs der unabhängigen Cochrane Collaboration gezeigt haben, mit höchster Evidenz belegt."
In den Stellungnahmen haben Eisai und Pfizer darauf hingewiesen, dass aufgrund der vom IQWiG gewählten Ein-/Ausschlusskriterien wichtige Studienergebnisse aus weiteren, relevanten Studien und Befragungen von Patienten und Angehörigen zu den Therapiezielen "begleitende Psychopathologie (Verhaltensstörungen)", "Lebensqualität", "Pflegeheimübersiedlung" und "Betreuungsaufwand" in der Nutzenbewertung bisher nicht berücksichtigt wurden.
Auch die Bedeutung des klinischen Gesamteindrucks als zweifelsohne wichtiges, weiteres patientenrelevantes Therapieziel wurde bisher seitens des IQWiG ungenügend gewürdigt. Und dies obwohl das Erhebungsverfahren z.B. mit der CIBIC-Skala den Anforderungen zur Nutzenmessung des IQWiG mit am besten entspricht. Schließlich wird hierbei die klinische Relevanz von Therapieeffekten valide gemessen. Die Verbesserung des klinischen Gesamteindrucks durch Donepezil ist eindeutig nachgewiesen.
Aus Sicht von Eisai und Pfizer müssen diese Studienergebnisse bei der nun anstehenden Überarbeitung des Vorberichtes in die Nutzenbewertung einfließen.
Mit dem Endbericht an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) ist voraussichtlich in drei Monaten zu rechnen.
Eisai und Pfizer werden den Nutzenbewertungsprozess der Acetylcholinesterase-Hemmer weiterhin kritisch-konstruktiv begleiten und alle dafür vorgesehenen Möglichkeiten zur schriftlichen und mündlichen Stellungnahme wahrnehmen.
In ihrer Verantwortung als forschende Pharmaunternehmen werden EISAI und Pfizer auch weiterhin mit Nachdruck an der Entwicklung neuer medikamentöser Therapieoptionen, sowie an der Generierung wichtiger versorgungsrelevanter Daten arbeiten (z. B. im Projekt IDA, Initiative Demenzversorgung in der Allgemeinmedizin, gemeinsam mit der AOK Bayern und dem AOK Bundesverband, www.projekt-ida.de).
Quelle: Pressemeldung Eisai GmbH
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