Anstieg der Arzneimittelausgaben liegt nicht am Verordnungsverhalten der Ärzte

06.05.2004 | Berlin
"Die Schuldzuweisungen an die Ärzteschaft wegen der steigenden Arzneimittelausgaben gewinnen auch durch die gebetsmühlartige Wiederholung nicht an Wahrheitsgehalt." Angelika Haus, Stellvertretende Vorsitzende des Hartmannbundes, wies in Berlin Behauptungen des BKK-Bundesverbandes zurück, dass die im März beobachteten Zuwächse bei den Arzneimittelausgaben durch das Verordnungsverhalten der Ärzte verschuldet worden sei.

"Die Kolleginnen und Kollegen verordnen seit jeher entsprechend der jeweils individuellen therapeutischen Erfordernisse", erklärte Angelika Haus und verwies darauf, dass selbstverständlich unter dieser "Conditio sine qua non" natürlich auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt würden ? so, wie es das Sozialgesetzbuch vorschreibt. Wenn Krankenkassenverbände dann meinten, den "Schwarzen Peter" wieder einmal den Ärzten zuschieben zu müssen, sei dies ein "sattsam bekanntes realitätsfernes und damit unredliches Unterfangen."

Den Anstieg der Arzneimittelausgaben sieht die Stellvertretende Hartmannbund-Vorsitzende u. a. darin begründet, dass die Pharmaindustrie die Preise für verschreibungspflichtige Arzneimittel zum Teil beträchtlich angehoben habe und das der "Vorzieh-Effekt" aus den letzten Wochen des Jahres 2003, als sich Patienten noch einmal mit Medikamenten bevorratet hatten, "irgendwann einmal verpufft."

Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.

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