Arzneimittelausgaben klettern auf fast 28 Milliarden Euro bis Jahresende

30.10.2009 | Hannover
Seit Jahresbeginn sind die Ausgaben für Arzneimittel bei der KKH-Allianz um 6,5 Prozent je Versichertem gestiegen. Rund 542 Millionen Euro hat die KKH-Allianz seit Januar 2009 für die Medikamente ihrer Versicherten aus öffentlichen Apotheken ausgegeben. Jeder der zwei Millionen Versicherten bekam durchschnittlich Arzneimittel für 276 Euro.

Bis zum Jahresende werden die Arzneimittelkosten voraussichtlich auf 744 Millionen Euro weiter klettern. "Für die gesamte gesetzliche Krankenversicherung erwarten wir für 2009 bei den Arzneimittelausgaben einen Anstieg von nahezu 7 Prozent auf fast 28 Milliarden Euro. Das wären 1,5 Milliarden mehr als im Vorjahr", erklärt Ingo Kailuweit, Vorstandschef der KKH-Allianz.

Angesichts dieser Kostensteigerung fordert der Kassen-Chef: "Die neue Bundesregierung muss bei den von ihr geplanten Reformen dem Arzneimittelbereich besondere Aufmerksamkeit schenken. Die hohen Steigerungsraten in diesem Bereich gefährden die finanzielle Basis der gesetzlichen Krankenversicherung." Die Problematik muss kurzfristig angegangen werden. "Die im Koalitionsvertrag genannte Möglichkeit, dass die Kassen zukünftig die Preise direkt mit den Pharmaherstellern verhandeln dürfen, wäre ein erster Schritt", so Kailuweit. Aus Sicht der KKH-Allianz sind zu einer wirksamen Kostendämpfung weitere Maßnahmen notwendig, so zum Beispiel Preisobergrenzen für patentgeschützte Originale, die Stärkung des seit 20 Jahren bewährten Instrumentes der Festbeträge sowie ein reduzierter Mehrwertsteuersatz. "Wir wollen, dass die Versorgung unserer Versicherten auch in Zukunft bezahlbar bleibt. Dazu müssen auch die Pharma-Unternehmen ihren Beitrag leisten!"

Quelle: Pressemeldung KKH-Allianz

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