Arzneimittelgesetz: Einstieg in die Billigversorgung der Patienten

15.12.2005 | Berlin
Der Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands ist entsetzt über das heute in den Bundestag eingebrachte Arzneimittelgesetz.

"Mit dem Arzneimittelverordnungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz wird an den kränksten Patienten gespart. Die geplante gesetzliche Beschränkung der Tagestherapiekosten trifft vor allem chronisch Kranke und Menschen, die an mehreren Krankheiten leiden und ermöglicht zukünftig nur noch eine Billigversorgung im Arzneimittelbereich", befürchtet der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Maximilian Zollner.

Mit dem Gesetz sollen "indikationsbezogene Tagestherapiekosten" festgelegt werden, ein Korsett, innerhalb dessen der einzelnen Arzt verschreiben darf. "Allein dadurch wird ein ungeheures Bürokratiemonster aufgebaut", erwartet Dr. Zollner.

"Durch die neu eingeführte "Malus-Regelung" haften die niedergelassenen Ärzte zudem mit ihrem Einkommen für mögliche Überschreitungen der vorgeschriebenen Arzneimit-telausgaben. Eine patienten-individuelle Arzneimitteltherapie wird damit zum Ausnahmefall. Zudem ist es widersinnig, dass durch das Gesetz der Krankenstand und das Krankheitsrisiko der Bevölkerung auf die Ärzteschaft verlagert werden", betont Dr. Zollner.

Der vorgesehene Sparrahmen von rund 1,3 Milliarden Euro ließe sich viel leichter erreichen: "Die Umsatzsteuer auf Arzneimittel muss gesenkt werden. Durch den vollen Mehrwertsteuersatz auf lebensnotwendige Arzneimittel bereichert sich der Staat auf Kosten seiner kranken Bürger. Heute schon wird die gesetzliche Krankenversicherung durch 3 Milliarden Euro Umsatzsteuer auf Arzneimittel belastet", erklärt Dr. Zollner.

"Diese mit dem Gesetz verbundenen Auswirkungen tragen mit dazu bei, dass der Beruf des niedergelassenen Arztes wieder ein großes Stück unattraktiver werden wird. Damit leistet Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt dem Ärztemangel unmittelbar Vorschub und trägt die Schuld daran, wenn die flächendeckende ambulante Versorgung - wie heute bereits in Teilen der Bundesrepublik - zukünftig weiter austrocknet und in Folge Wartezeiten sowie lange Anfahrtswege für die Patienten auf der Tagesordnung stehen", bekräftigt der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes.

Quelle: Pressemeldung NAV-Virchow-Bund

Dieser Beitrag wurde bisher 71 mal gelesen.
(Rang 603 auf medikamente-und-arznei.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Zedernsohle gegen Schweißfüße

21.02.2012 | Schweißfüße sind unangenehm Wenn die Füße riechen ist das ziemlich unangenehm für den Betreffenden. Jeder Fuß...

weiter in Zedernsohle gegen Schweißfüße ...

29. Oktober 2011: Weltschlaganfalltag

313 mal gelesen. Rang 26 auf medikamente-und-arznei.de.

28.10.2011 | Schlaganfall-Hilfe bietet Informationen zur Steigerung der Compliance

weiter in 29. Oktober 2011: ...

Generika bieten dreifachen Nutzen - wenn man sie lässt

323 mal gelesen. Rang 22 auf medikamente-und-arznei.de.

30.05.2011 | Das belegen Studien wie der Arzneimittel-Atlas 2010: Ärzte können unter deutlich mehr Präparaten auswählen;...

weiter in Generika bieten dreifachen Nutzen - ...

Cytomegalievirus-Test von Roche in Europa zugelassen

27.05.2011 | Roche führt einen neuen Test zur Quantifizierung des Cytomegalievirus (CMV) in Europa ein. Das...

weiter in Cytomegalievirus-Test von Roche in ...

Europäische Impfwoche beginnt

20.04.2011 | "Impfungen schützen vor Infektionskrankheiten und zählen zu den effektivsten und kostengünstigsten...

weiter in Europäische Impfwoche beginnt ...



Aktuelles

Zedernsohle gegen Schweißfüße

Schweißfüße sind unangenehm Wenn die Füße riechen ist das...

weiter ...

29. Oktober 2011: Weltschlaganfalltag

Schlaganfall-Hilfe bietet Informationen zur Steigerung der...

weiter ...

Weitere Themen

Offizieller Startschuss für brandenburgisches Telemedizin- Netz gefallen

Hochrisiko-Herzpatienten werden aus der Ferne rund um die...

weiter ...

Bundesverwaltungsgericht unterstreicht Bedeutung des Nacht- und Notdienstes

Mit der jüngsten Entscheidung zum Nacht- und Notdienst in...

weiter ...

Archiv

Das Handy als Thermometer, Blutdruck- und Blutzuckermesser

Smartphones können bei Therapie und Gesundheitschecks helfen...

weiter ...

Krankenkassen erreichen positives Finanzergebnis im ersten Quartal 2011

In den ersten drei Monaten 2011 haben die gesetzlichen...

weiter ...