Behandlung von Krebspatienten gefährdet

06.02.2002 | Köln
Durch die restriktive Haltung der Krankenkassen bei der Übernahme der Kosten für Medikamente in der Onkologie außerhalb der zugelassenen Indikation (Off-Label-Use) gerät die Behandlung von Krebspatienten zunehmend in Gefahr. Darauf hat heute der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, Dr.

Maximilian Zollner, hingewiesen und die Krankenkassen aufgefordert, im Interesse ihrer Versicherten ihren Widerstand gegen diesen Medikamenteneinsatz aufzugeben.

Dr. Zollner wies darauf hin, dass viele Medikamente in der Behandlung von Krebspatienten nur für eine ganz spezielle Diagnose zugelassen worden seien. Im weiteren Verlauf der wissenschaftlichen Forschung habe sich dann häufig eine größere Zahl von Krankheiten ergeben, bei denen diese speziell anfangs nur für eine Diagnose zugelassenen Medikamente hoch wirksam seien. Bisher sei der Einsatz dieser Medikamente auch bei weiteren Diagnosen (Off-Label-Use) kein Problem gewesen. Nunmehr verweigerten die Krankenkassen zunehmend die Verordnung solcher Medikamente bei der Behandlung bei etwa 60 Prozent aller Krebspatienten. Ärzte seien bereits mit Regressforderungen in sechs- bis siebenstelliger Höhe überzogen worden. Die medizinischen Fachgesellschaften bemühten sich um eine Lösung für die Patienten, stießen jedoch bei den Krankenkassen auf großen Widerstand.

Wenn nicht bald eine Lösung dieses Problems gefunden werde, müsse mit einer Unterversorgung der betroffenen Patienten gerechnet werden beziehungsweise trete eine Versorgung ein, die sich nicht an den aktuellen medizinischen Möglichkeiten ausrichten könne, erklärte Dr. Zollner.

Quelle: Pressemeldung NAV-Virchow-Bund

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