Bei anhaltenden Gelenkbeschwerden umgehend zum Arzt

01.06.2010 | Berlin
Bei Gelenkschmerzen, die länger als sechs Wochen anhalten, besteht der Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung. "Statt über Wochen oder Monate immer wieder rezeptfreie Schmerzmittel einzunehmen, sollten Patienten bei anhaltenden Schmerzen umgehend einen Arzt aufsuchen", rät Apothekerin Doris Gresselmeyer während der Pharmacon, einem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer (BAK).

"Rezeptfrei heißt nicht harmlos: Wenn der Apotheker bemerkt, dass ein Patient immer wieder Schmerzmittel braucht, wird er ihn darauf ansprechen", so BAK-Präsidentin Erika Fink. Grundsätzlich sollten rezeptfreie Schmerzmittel ohne die Empfehlung des Arztes nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht häufiger als an zehn Tagen pro Monat eingenommen werden.

Unter den Sammelbegriff "Rheuma" fallen verschiedene Erkrankungen. Die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung ist die Rheumatoide Arthritis. Etwa 0,5 bis 1 Prozent der Bundesbürger sind betroffen, zwei Drittel davon sind Frauen. Anzeichen für eine Rheumatoide Arthritis sind unter anderem geschwollene oder schmerzhafte Gelenke und Morgensteifigkeit, die länger als eine Stunde anhält. Diese Erkrankung beginnt oft mit Schmerzen der kleinen Gelenke, zum Beispiel wenn die Hände bewegt werden. Später schmerzen auch große Gelenke, wie die Hüft- oder Kniegelenke, in Ruhe. Unbehandelt führt die entzündliche Erkrankung zu Gelenkdeformationen und Funktionsverlusten, etwa dass sich Patienten nicht mehr alleine Strümpfe anziehen können. Je schneller erkrankte Patienten mit einer adäquaten Therapie beginnen, desto besser. Gresselmeyer: "Wer zu lange wartet, riskiert dauerhafte Gelenkschäden. Die beste Prognose haben Patienten, wenn die Rheumatoide Arthritis bereits nach drei bis vier Monaten behandelt wird - in der Realität ist es heute mehr als ein Jahr." Neben Schmerzmitteln und Kortison-ähnlichen Medikamenten werden gegen rheumatische Erkrankungen zum Beispiel Basistherapeutika eingesetzt, die den Krankheitsverlauf langfristig beeinflussen.

Quelle: Pressemeldung Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

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