"Das ist unlauter, Herr Lauterbach!"

07.01.2005 | Berlin
Mit diesen Worten reagiert Dr. Hans-Jürgen Thomas, Vorsitzender des Hartmannbundes, auf die heute bekannt gewordene Aussage von Regierungsberater Karl Lauterbach, dass die Krankenkassen im Jahr 2004 9,5 Milliarden Euro gespart hätten und stellt klar, "dass es sich bei dieser Summe zum größten Teil nicht um Einsparungen, sondern um Mehreinnahmen durch eine höhere Belastung der Patienten handelt."

Gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus hatte der Regierungsberater geäußert, dass die Krankenkassen im Jahr 2004 insgesamt 9,5 Milliarden Euro gespart hätten. Diese ergäben sich durch Einsparungen bei den Arzneimitteln (2,5 Milliarden Euro), die Zuzahlungen zu medizinischen Leistungen und Praxisgebühr (3 Milliarden Euro), die Einrechnung der Betriebsrenten (2 Milliarden Euro), Leistungskürzungen (0,5 Milliarden Euro) und Struktureffekte, da die Bürger seltener zum Arzt gingen (1,5 Milliarden Euro).

"Abgesehen von den Struktureffekten, den Leistungskürzungen und Teilen der Einsparungen im Arzneimittelbereich, die sich aus dem in diesem Jahr auslaufende Preismoratorium ergeben, handelt es sich dabei samt und sonders um Mehrreinnahmen durch höhere Belastungen der Versicherten," erläutert Dr. Thomas und führt weiter aus, "dass es an Volksverdummung grenzt, diese Mehreinnahmen nun als Sparvolumen auszuweisen." Dr. Thomas fordert die Politik und ihre Berater vor diesem Hintergrund zu einem ehrlichen Umgang mit den Fakten auf, schließlich könne man die erhebliche Belastung der Bürger durch die Reform, nicht einfach als Sparerfolg der Kassen bezeichnen.

Quelle: Pressemeldung Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.

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