Fünf Jahre beta Institut - eine Erfolgsgeschichte

26.11.2004 | Augsburg
"Die Tatsache, dass ein gemeinnütziges und privat finanziertes Institut fünf Jahre höchst erfolgreich arbeitet sowie rund 30 Mitarbeiter beschäftigt und kontinuierlich wächst, ist eine Besonderheit." (Horst Erhardt, Geschäftsführer des beta Instituts für sozialmedizinische Forschung und Entwicklung)

Vor gut fünf Jahren beschlossen die betapharm Arzneimittel GmbH sowie der Verein für Familiennachsorge Der Bunte Kreis e.V., eine von ihnen erkannte Lücke in der deutschen Soziallandschaft durch die Einrichtung einer unabhängigen Plattform für sozialmedizinische Forschung und Entwicklung zu schließen. Zu diesem Zweck gründeten sie im Oktober 1999 das beta Institut als gemeinnützige GmbH. Das Hauptanliegen der Einrichtung war und ist es, sozialmedizinische Forschung und Praxis unmittelbar miteinander zu verbinden.

Seit seiner Gründung hat sich das Institut in diesem Themenkomplex vielfältig entwickelt und wichtige Verbesserungen rund um die Versorgung kranker und hilfsbedürftiger Menschen erarbeitet oder auf den Weg gebracht. Heute forscht das Institut in einer Vielzahl von Bereichen rund um die ganzheitliche Patientenversorgung. Außerdem bietet es Fortbildungen sowie Consulting beim Aufbau neuer Versorgungsformen und einen Fachinformationsdienst für soziale Fragen im Gesundheitswesen.

Bereits das erste Forschungsprojekt des Instituts war höchst erfolgreich und führte zu einer Ergänzung der Sozialgesetze. 1999 startete das Institut eine Kosten- und Nutzenanalyse der pädiatrischen Nachsorge. Untersucht wurde hierbei das in Augsburg entwickelte und erfolgreich praktizierte Modell des Bunten Kreises, der Familien mit schwerst- und chronisch kranken Kindern beim Übergang von einem Klinikaufenthalt ins heimische Kinderzimmer begleitet. Die Studie konnte die soziale und ökonomische Bedeutung sozialmedizinischer Nachsorge belegen und führte unmittelbar dazu, dass diese 2003 als neue Leistung ins SGB V (Krankenversicherungsrecht) aufgenommen wurde.

Ein weiterer Meilenstein der Institutsarbeit ist betaCare, der vor vier Jahren ins Leben gerufene Informationsservice für soziale Fragen im Gesundheitswesen. Ausgangspunkt für die Entwicklung dieser innovativen Dienstleistung waren die Erfahrungen des Bunten Kreises zu den Defiziten der sozialmedizinischen Beratung in Deutschland. Schwer und chronisch kranke Patienten sowie deren Familienangehörige sind mit den sich ergebenden sozialen, psychischen, finanziellen und organisatorischen Problemen einer Erkrankung oftmals stark belastet oder gar überfordert. Ärzte, Apotheker und andere Berufstätige im Gesundheitswesen verfügen aber häufig nicht über die nötige sozialrechtliche Beratungskompetenz.

Im April 2000 startete das Institut deshalb betafon, eine Informationshotline für soziale Fragen, die sich an Berufstätige im Gesundheitswesen wendet. Im September 2001 wurde die erste Ausgabe des Nachschlagewerks betaListe veröffentlicht. Dieses Lexikon enthält wichtige Bestimmungen aus dem Sozialrecht sowie Adressen von Selbsthilfegruppen. Die betaListe wird regelmäßig aktualisiert und hat sich mittlerweile als Standardwerk etabliert.

2002 entschied das beta Institut, seinen Forschungsumfang um Primärprävention zu erweitern. Mit "Papilio" wurde ein Programm für Kindergartenkinder zur Förderung ihrer sozio-emotionalen Kompetenz entwickelt. Die primäre Absicht von Papilio ist es, Kinder stabiler gegen die Entwicklung von Sucht- und Gewaltverhalten zu machen. Obwohl die Auswertung des mittlerweile abgeschlossenen Modellprojekts mit fast 700 beteiligten Kindern, deren Eltern sowie Erzieherinnen noch nicht abgeschlossen ist, hat die überregionale Verbreitung des Programms aufgrund der positiven Zwischenergebnisse und der hohen Nachfrage bereits begonnen.

2003 wurde das vom Institut seit 1999 erarbeitete Modell einer begleitenden Patientenversorgung in der Pädiatrie auf den Erwachsenenbereich übertragen. mammaNetz, eine Begleit- und Orientierungsstelle für Frauen mit Brustkrebs, wurde in Augsburg und Umgebung als Modellprojekt eingeführt. Bereits jetzt zeigen die Erfahrungen, dass das Projekt von allen Beteiligten sehr positiv aufgenommen und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessert wird.

Im Februar 2004 komplettierte die Internet-Suchmaschine www.betanet.de die Informationsdienstleistungen von betaCare. Die Website ermöglicht die gezielte Online-Suche nach sozialrechtlichen und psychosozialen Fakten und Adressen. Die besondere Qualität des betanets wurde schon drei Monate nach dem Start mit dem Gewinn des Bayern-Online-Preises honoriert.

Das Institut entwickelt neue Qualitätsstandards, die nahtlos in Fortbildung und Consulting eingehen. Das Institut berät und begleitet beispielsweise Einrichtungen, die eine pädiatrische Nachsorge nach dem Modell des Bunten Kreises aufbauen wollen und bietet auch die notwendigen Weiterbildungen für künftige Nachsorgemitarbeiter an. Mittlerweile sind bundesweit bereits 16 derartige Einrichtungen entstanden oder im Entstehen begriffen. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich bei der Versorgung von Brustkrebspatientinnen ab. Der erste Workshop mit interessierten Kliniken aus Deutschland und Österreich hat bereits stattgefunden, die Ausbildung von Mitarbeitern zur Einführung von mammaNetz ist angelaufen.

Am 22. November 2004 wurde Horst Erhardt aufgrund seiner Verdienste um die Entwicklung und Verbreitung der Nachsorge für Familien mit schwer kranken Kindern mit der "Bayerischen Staatsmedaille für Soziale Verdienste" ausgezeichnet.

Quelle: Pressemeldung betapharm Arzneimittel GmbH

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