GEK Heil- und Hilfsmittel-Report 2007
Manche Heilbehandlungen werden von Jungen im Alter bis zehn Jahre deutlich häufiger beansprucht als von gleichaltrigen Mädchen. Das belegt der jetzt veröffentlichte GEK Heil- und Hilfsmittel-Report 2007. Er deckt wissenschaftlich fundiert Über-, Unter und Fehlversorgung auf. Aber er dokumentiert auch erfreuliche Entwicklungen: Im Leistungsbereich der Podologie nehmen Diabetes-Patienten die Versorgung in steigendem Maß in Anspruch. Dadurch können Spätschäden an den Füßen und schlecht heilende Wunden verhindert werden.
Die Auswertung von rund zwei Millionen Daten der Versicherten der Gmünder ErsatzKasse GEK geben einen Einblick in die Versorgungssituation der Heil- und Hilfsmittel. Die Ausgaben dafür liegen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf Platz 4 hinter Krankenhausversorgung, Arzneimitteln und ärztlicher Behandlung. 8,25 Mrd. Euro gaben die gesetzlich Versicherten im Jahr 2006 für Heil- und Hilfsmittel aus. Und nicht immer richtig, wie die Wissenschaftler vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen unter der Leitung von Professor Gerd Glaeske herausfanden. Die Ergebnisse, so Glaeske, der seit 2003 auch Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen ist, zeigen beispielsweise eine Unterversorgung in der Physiotherapie und Logopädie bei Schlaganfallpatienten und eine Fehlversorgung durch zu späte Verordnung. Bernhilde Deitermann, Mitautorin des 4. GEK Heil- und Hilfsmittel-Reports, ermittelte anhand logopädischer Verordnungsdaten eine signifikant höhere Behandlungsprävalenz bei Jungen: "44 Prozent der Leistungsversicherten, die eine logopädische Verordnung erhalten, sind männlich und unter zehn Jahren." Ähnliches gelte für die Ergotherapie. Bis zu zehn Jahre alte Jungen machten 41 Prozent der Leistungsversicherten aus, während der Anteil gleichaltriger Mädchen bei 14,5 Prozent liegt.
"Wir haben im Sektor Heil- und Hilfsmittel immer noch einen Nachholbedarf in Sachen Transparenz und Qualitätssicherung", erklärte der GEK Vorstandsvorsitzende Dieter Hebel. Diese Transparenz sei nicht jedem willkommen. Immer wieder versuchten Hilfsmittel-Lieferanten auf gerichtlichem Weg die Informationsstrategie der Krankenkasse für deutlich mehr Wettbewerb zu unterbinden. Vor allem solche Hilfsmittellieferanten, die nicht mehr zu den empfohlenen Leistungsanbietern gehörten, hätten sich gegen diese Informationen verwahrt, um eigene wirtschaftliche Vorteile zu schützen. Ganz aktuell haben in diesen Tagen das Landessozialgericht Rheinland Pfalz und das Sozialgericht Berlin die Position der Krankenkasse aber gestärkt.
Quelle: Pressemeldung Gmünder ErsatzKasse GEK
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