GKV verzeichnet 2010 Defizit

07.03.2011 | Berlin
Mit einem Minus von 445 Millionen Euro haben die gesetzlichen Krankenkassen das Jahr 2010 abgeschlossen. 2009 hatten sie noch einen Überschuss von 1,4 Milliarden Euro erzielt. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montag (7. März) mit. Danach wäre das Defizit ohne das Arzneimittel-Sparpaket vom 1. August 2010 noch höher ausgefallen.

So stiegen die Arzneimittelausgaben je Versicherten im Gesamtjahr um 1,3 Prozent; im ersten Halbjahr betrug der Ausgabenanstieg noch 4,8 Prozent. Insgesamt legten die Leistungsausgaben je Versicherten um 3,1 Prozent zu. Dagegen standen Einnahmezuwächse je Versicherten von zwei Prozent.

Die Ausgaben je Versicherten für die ambulante ärztliche Behandlung lagen um 2,6 Prozent höher als 2009. Für das Gesundheitsministerium ist diese Entwicklung ein Beleg dafür, dass sich die Honorarsituation der Vertragsärzte auch nach dem kräftigen Plus von 7,4 Prozent je Versicherten im Jahr zuvor weiter verbessert hat. Dem Ministerium liegen nach eigenen Angaben jedoch nur Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen für das erste Halbjahr 2010 vor.

Im Krankenhausbereich betrug 2010 der Zuwachs 4,7 Prozent je Versicherten - nach dem Plus von 6,6 Prozent im Jahr 2009. Damit habe die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in den beiden Jahren insgesamt 6,6 Milliarden Euro mehr für die stationäre Behandlung zur Verfügung gestellt.

Ein deutliches Plus von acht Prozent je Versicherten verzeichnete der Ausgabenposten Krankengeld. Dazu haben dem Gesundheitsministerium zufolge eine zunehmende Zahl von Krankengeldberechtigten bei steigendem Renteneintrittsalter sowie eine starke Zunahme langwieriger psychischer Erkrankungen beigetragen.

Für 2011 erwartet das Ministerium aufgrund des seit Anfang 2011 geltenden GKV-Finanzierungsgesetzes für die gesamte GKV ein ausgeglichenes Ergebnis.

Die AOK-Gemeinschaft verzeichnet 2010 nach vorläufigen Daten ein Defizit von 515 Millionen Euro. Davon entfallen rund 190 Millionen Euro auf die Endabrechnung des Gesundheitsfonds für 2009. Das voraussichtliche Defizit für 2010 beträgt somit 330 Millionen Euro und entspricht 0,48 Prozent der AOK-Gesamtausgaben von 67 Milliarden Euro. Der für 2009 ausgewiesene Überschuss von 916 Millionen Euro reduziert sich damit um 190 Millionen auf 726 Millionen Euro.

Quelle: Pressemeldung AOK-Bundesverband GbR

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