Gemeinsam für mehr Lebensqualität bei Demenz
Mit einer außergewöhnlichen gemeinschaftlichen Initiative treten der AOK-Bundesverband, die AOK Bayern und die forschenden Pharmaunternehmen Pfizer und Eisai an die Öffentlichkeit: Die "Initiative Demenzversorgung in der Allgemeinmedizin" (IDA) will die Versorgungsqualität von Demenzpatienten und ihrer Angehörigen verbessern.
"Alle Projektbeteiligten sind im Rahmen ihrer jeweiligen Tätigkeiten auf das Verbesserungspotenzial in der Versorgung von Demenzpatienten aufmerksam geworden", beschreibt Andreas Wiegand, Geschäftsführer von Eisai, die Ausgangssituation des Projektes. "Mit IDA haben alle Partner Mittel und Kompetenzen gebündelt, um die Grundlage dafür zu schaffen, Betroffenen und Angehörigen zukünftig bessere Unterstützung bieten zu können", so Dr. med. Bernhard Egger, Leiter des Stabsbereichs Medizin des AOK Bundesverbands. Darüber hinaus sieht Peter Marx, Direktor Healthcare Management von Pfizer die Chance, "durch diese in Deutschland einmalige Partnerschaft einen neuen Weg für die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung zu eröffnen."
Steigende Lebenserwartung führt zu mehr Betroffenen
Gegenwärtig leben mehr als eine Million an Demenz erkrankte Menschen in Deutschland. Die steigende Lebenserwartung führt dazu, dass es zukünftig immer mehr Betroffene geben wird. Die Krankheit bringt viele Probleme und Belastungen mit sich, die nicht nur von den Erkrankten, sondern auch von den Menschen im direkten Umfeld bewältigt werden müssen. IDA soll maßgeblich dazu beitragen, die Lebensqualität von Demenzpatienten, die noch in häuslicher Umgebung wohnen, zu verbessern und ihnen einen möglichst langen Aufenthalt im gewohnten Umfeld ermöglichen. Gleichzeitig will IDA den pflegenden Angehörigen Unterstützung bieten. "Unsere eigene Erfahrung und die zahlreichen Gespräche mit Betroffenen zeigen uns, dass gerade im Bereich der Diagnostik und Therapie, aber auch in der Versorgung allgemein dringend Verbesserungen nötig sind", bestätigt auch Sabine Jansen, Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. "Deswegen ist das Projekt IDA aus Sicht der Patienten und ihrer Angehörigen sehr zu begrüßen."
Hausärzte haben Schlüsselfunktion bei Diagnose und Therapie
Hausärzte spielen eine zentrale Rolle bei der Versorgung von Demenzpatienten und sind in vielen Fällen Ansprechpartner, wenn erste Krankheitssymptome sichtbar werden. Deswegen ist IDA nur mit der Unterstützung engagierter Allgemeinmediziner, praktischer Ärzte und hausärztlich tätiger Internisten realisierbar. Sie bieten ihren bei der AOK versicherten Patienten, die unter leichten bis mittelschweren Demenzen leiden, eine Teilnahme am Projekt an.
IDA-Fokus liegt auf nicht-medikamentösen Therapieformen
In der Modellregion Mittelfranken wird in einer von drei möglichen Behandlungsgruppen untersucht, wie eine optimale Betreuung der Patienten und ihrer Angehörigen gewährleistet werden kann und welche Auswirkungen dies auf die Situation der Demenzkranken hat. Zwei dieser Gruppen unterscheiden sich bezüglich der zusätzlichen, nicht-medikamentösen Unterstützungsangebote für die Betroffenen. Zeitgleich werden die Daten aus einer dritten Gruppe ermittelt, die die übliche Versorgung von Demenzpatienten abbildet. Alle Patienten können die nach dem aktuellen Stand des Wissens optimale medikamentöse Therapie erhalten. Anders als bei einigen medikamentösen Therapien fehlen für nicht-medikamentöse Behandlungsstrategien derzeit wissenschaftliche Wirksamkeitsbelege auf breiterer Basis, die den Ärzten als Unterstützung bei ihrer Arbeit mit den Betroffenen dienen. "Die Analyse der Ergebnisse aller Gruppen soll als Grundlage dafür dienen, den Standard für die Versorgung der Demenzpatienten und die Unterstützung ihrer Angehörigen zu verbessern und entsprechende Empfehlungen abzugeben", beschreibt PD Dr. med. Elmar Gräßel von der Psychiatrischen Universitätsklinik Erlangen die Zielsetzung des Projektes. Zusammen mit Prof. Dr. Reiner Leidl (Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen, GSF Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit München) übernimmt er die wissenschaftliche Leitung von IDA.
Die Betreuung der Patienten und Angehörigen wird über einen Zeitraum von zwei Jahren wissenschaftlich begleitet und nachfolgend ausgewertet. Die medizinische Gesamtversorgung der Patienten im Rahmen von IDA steht im Einklang mit den Empfehlungen der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft und den aktuellen Leitlinien der Universität Witten/Herdecke zur Diagnose und Therapie der Demenz. Die Projektpartner legten das Studienprotokoll außerdem der Ethikkommission der Bayerischen Landesärztekammer zur Bewertung vor.
Quelle: Pressemeldung Eisai GmbH
Dieser Beitrag wurde bisher 70 mal gelesen.
(Rang 400 auf medikamente-und-arznei.de)
Weitere News
Das Handy als Thermometer, Blutdruck- und Blutzuckermesser
17.11.2011 | Smartphones können bei Therapie und Gesundheitschecks helfen Rund 15.000 Gesundheits-Apps Apps als...
weiter in Das Handy als Thermometer, ...Krankenkassen erreichen positives Finanzergebnis im ersten Quartal 2011
17.06.2011 | In den ersten drei Monaten 2011 haben die gesetzlichen Krankenkassen ein Plus von 1,468 Milliarden Euro...
weiter in Krankenkassen erreichen positives ...Forschung zum Mitmachen: Boehringer Ingelheim auf dem Wissenschaftsmarkt in Mainz
30.05.2011 | Boehringer Ingelheim präsentiert sich auch in diesem Jahr auf dem Wissenschaftsmarkt der Johannes...
weiter in Forschung zum Mitmachen: Boehringer ...Wider die Illusion
20.05.2011 | Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) mahnt dringenden Handlungsbedarf in bestimmten...
weiter in Wider die Illusion ...Steigende Zuzahlungen für Kassenpatienten
21.04.2011 | Kassenpatienten mussten im vergangenen Jahr 1,8 Milliarden Euro für Arzneimittel auf Rezept aus der eigenen...
weiter in Steigende Zuzahlungen für ...Aktuelles
29. Oktober 2011: Weltschlaganfalltag
Schlaganfall-Hilfe bietet Informationen zur Steigerung der...
weiter ...Generika bieten dreifachen Nutzen - wenn man sie lässt
Das belegen Studien wie der Arzneimittel-Atlas 2010: Ärzte...
weiter ...Neuigkeiten
Wirkstoffverordnung bringt Patienten keine Vorteile - weiterhin Regressgefahr für Hausärzte
"Apotheker und Hausärzte arbeiten bei der...
weiter ...Apotheken stellen Versorgung der Patienten sicher
Wenn am 1. Juni 2011 die sechste Runde der...
weiter ...Weitere Themen
Offizieller Startschuss für brandenburgisches Telemedizin- Netz gefallen
Hochrisiko-Herzpatienten werden aus der Ferne rund um die...
weiter ...Bundesverwaltungsgericht unterstreicht Bedeutung des Nacht- und Notdienstes
Mit der jüngsten Entscheidung zum Nacht- und Notdienst in...
weiter ...Archiv
Das Handy als Thermometer, Blutdruck- und Blutzuckermesser
Smartphones können bei Therapie und Gesundheitschecks helfen...
weiter ...Krankenkassen erreichen positives Finanzergebnis im ersten Quartal 2011
In den ersten drei Monaten 2011 haben die gesetzlichen...
weiter ...Verschiedenes
Lebensmittelkontrollen: Aigner muss das Heft in die Hand nehmen
vzbv fordert Ende der Kleinstaaterei
weiter ...Gesund durch den Tag - auch im Netz: schlummernde Online- Kundenpotenziale für die Gesundheitsbranche
AGOF legt Sonderbericht "Gesundheit" in Zusammenarbeit mit...
weiter ...
