Gemeinsam für mehr Lebensqualität bei Demenz

02.05.2005 | Frankfurt
AOK, Pfizer und Eisai starten Initiative zur besseren Versorgung von Demenzpatienten

Mit einer außergewöhnlichen gemeinschaftlichen Initiative treten der AOK-Bundesverband, die AOK Bayern und die forschenden Pharmaunternehmen Pfizer und Eisai an die Öffentlichkeit: Die "Initiative Demenzversorgung in der Allgemeinmedizin" (IDA) will die Versorgungsqualität von Demenzpatienten und ihrer Angehörigen verbessern.

"Alle Projektbeteiligten sind im Rahmen ihrer jeweiligen Tätigkeiten auf das Verbesserungspotenzial in der Versorgung von Demenzpatienten aufmerksam geworden", beschreibt Andreas Wiegand, Geschäftsführer von Eisai, die Ausgangssituation des Projektes. "Mit IDA haben alle Partner Mittel und Kompetenzen gebündelt, um die Grundlage dafür zu schaffen, Betroffenen und Angehörigen zukünftig bessere Unterstützung bieten zu können", so Dr. med. Bernhard Egger, Leiter des Stabsbereichs Medizin des AOK Bundesverbands. Darüber hinaus sieht Peter Marx, Direktor Healthcare Management von Pfizer die Chance, "durch diese in Deutschland einmalige Partnerschaft einen neuen Weg für die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung zu eröffnen."

Steigende Lebenserwartung führt zu mehr Betroffenen

Gegenwärtig leben mehr als eine Million an Demenz erkrankte Menschen in Deutschland. Die steigende Lebenserwartung führt dazu, dass es zukünftig immer mehr Betroffene geben wird. Die Krankheit bringt viele Probleme und Belastungen mit sich, die nicht nur von den Erkrankten, sondern auch von den Menschen im direkten Umfeld bewältigt werden müssen. IDA soll maßgeblich dazu beitragen, die Lebensqualität von Demenzpatienten, die noch in häuslicher Umgebung wohnen, zu verbessern und ihnen einen möglichst langen Aufenthalt im gewohnten Umfeld ermöglichen. Gleichzeitig will IDA den pflegenden Angehörigen Unterstützung bieten. "Unsere eigene Erfahrung und die zahlreichen Gespräche mit Betroffenen zeigen uns, dass gerade im Bereich der Diagnostik und Therapie, aber auch in der Versorgung allgemein dringend Verbesserungen nötig sind", bestätigt auch Sabine Jansen, Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. "Deswegen ist das Projekt IDA aus Sicht der Patienten und ihrer Angehörigen sehr zu begrüßen."

Hausärzte haben Schlüsselfunktion bei Diagnose und Therapie

Hausärzte spielen eine zentrale Rolle bei der Versorgung von Demenzpatienten und sind in vielen Fällen Ansprechpartner, wenn erste Krankheitssymptome sichtbar werden. Deswegen ist IDA nur mit der Unterstützung engagierter Allgemeinmediziner, praktischer Ärzte und hausärztlich tätiger Internisten realisierbar. Sie bieten ihren bei der AOK versicherten Patienten, die unter leichten bis mittelschweren Demenzen leiden, eine Teilnahme am Projekt an.

IDA-Fokus liegt auf nicht-medikamentösen Therapieformen

In der Modellregion Mittelfranken wird in einer von drei möglichen Behandlungsgruppen untersucht, wie eine optimale Betreuung der Patienten und ihrer Angehörigen gewährleistet werden kann und welche Auswirkungen dies auf die Situation der Demenzkranken hat. Zwei dieser Gruppen unterscheiden sich bezüglich der zusätzlichen, nicht-medikamentösen Unterstützungsangebote für die Betroffenen. Zeitgleich werden die Daten aus einer dritten Gruppe ermittelt, die die übliche Versorgung von Demenzpatienten abbildet. Alle Patienten können die nach dem aktuellen Stand des Wissens optimale medikamentöse Therapie erhalten. Anders als bei einigen medikamentösen Therapien fehlen für nicht-medikamentöse Behandlungsstrategien derzeit wissenschaftliche Wirksamkeitsbelege auf breiterer Basis, die den Ärzten als Unterstützung bei ihrer Arbeit mit den Betroffenen dienen. "Die Analyse der Ergebnisse aller Gruppen soll als Grundlage dafür dienen, den Standard für die Versorgung der Demenzpatienten und die Unterstützung ihrer Angehörigen zu verbessern und entsprechende Empfehlungen abzugeben", beschreibt PD Dr. med. Elmar Gräßel von der Psychiatrischen Universitätsklinik Erlangen die Zielsetzung des Projektes. Zusammen mit Prof. Dr. Reiner Leidl (Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen, GSF Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit München) übernimmt er die wissenschaftliche Leitung von IDA.

Die Betreuung der Patienten und Angehörigen wird über einen Zeitraum von zwei Jahren wissenschaftlich begleitet und nachfolgend ausgewertet. Die medizinische Gesamtversorgung der Patienten im Rahmen von IDA steht im Einklang mit den Empfehlungen der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft und den aktuellen Leitlinien der Universität Witten/Herdecke zur Diagnose und Therapie der Demenz. Die Projektpartner legten das Studienprotokoll außerdem der Ethikkommission der Bayerischen Landesärztekammer zur Bewertung vor.

Quelle: Pressemeldung Eisai GmbH

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