Hohes Niveau Der Medizinischen Versorgung Wird Nebensache

26.05.1999 | Köln
Mit einer unzumutbaren Regelungsdichte, wie Budgetierungen, Reglementierungen und Überbürokratisierung, überzieht die rot/grüne Koalition das Gesundheitswesen in Deutschland und nimmt dabei wissentlich in Kauf, daß dadurch das hohe Niveau der ambulanten medizinischen Versorgung der Bevölkerung nicht mehr zu halten ist und zu einer Nebensache verkommt.

Dies erklärte heute der Bundesvorsitzende des NAV-Virchowbundes, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, Dr. Maximilian Zollner, zu dem jetzt vorliegenden Referentenentwurf der GKV-Gesundheitsreform 2000.

Dr. Zollner betonte, daß durch globale und sektorale Budgetierung, Teilbudgetierung und kombinierte Budgets im Gesundheitswesen die Steigerung der Lebensqualität und der Lebenserwartung der Bevölkerung gefährdet werde, weil dem medizinischen Fortschritt und Arzneimittelinnovationen der Weg in die ambulante medizinische Versorgung verschlossen würde. "Nicht mehr der Patient wird in Zukunft im Mittelpunkt des ärztlichen Handelns stehen, sondern die Ärzte werden gezwungen, die von ihnen verursachten Kosten in den Vordergrund ihrer Überlegungen zu stellen." Eine solche Perspektive sei für die niedergelassenen Ärzte nicht nur unerträglich, sondern auch unzumutbar, erklärte Dr. Zollner.

Den Referentenentwurf zur GKV-Gesundheitsreform 2000 bezeichnete Dr. Zollner als ein Machwerk, das zu einer Zuteilungsmedizin führen werde. Zudem würde durch den Machtzuwachs der Krankenkassen die ärztliche Selbstverwaltung dermaßen geschwächt, daß es für die Vertragsärzte fraglich sein werde, den Sicherstellungsauftrag für die ambulante ärztliche Versorgung weiter aufrecht zu erhalten. Er forderte deshalb das Bundesgesundheitsministerium auf, den Referentenentwurf zurückzuziehen und eine Reform zu konzipieren, in die alle im Gesundheitswesen Beteiligten gleichberechtigt einbezogen werden.

Quelle: Pressemeldung NAV-Virchow-Bund

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