Impfung gegen Neue Grippe: Hausärzte sind nicht Nadelöhr der Impfkampagne

12.11.2009 | Köln
Die Mehrzahl der Hausärzte in Deutschland ist bereit, die Schutzimpfung gegen die Neue Grippe A/H1N1 durchzuführen und die Impfaktion aktiv zu unterstützen. Die Praxen haben sich rechtzeitig und mit einigem Aufwand organisatorisch auf die Pandemieimpfung vorbereitet, viele sind auch bereit, spezielle Impfsprechstunden außerhalb der normalen Sprechzeiten einzurichten.

Dies erklärte Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, in Berlin.

"Wenn jetzt Millionen von impfwilligen Bundesbürgern angesichts der immer höheren Infektionszahlen ohne Impfschutz bleiben, ist der Engpass nicht bei den Hausärzten zu suchen." Der Impfgipfel des Bundesgesundheitsministers habe deutlich gemacht, dass bis Ende November lediglich 9,3 Millionen Dosen und bis Jahresende 20 Millionen Dosen des Herstellers verteilt werden können. "Hausärzte sind nicht das Nadelöhr, sie werden die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beachten und vorrangig chronisch Kranke sowie Beschäftigte bei Polizei, Feuerwehr und im Gesundheitswesen impfen, bei ausreichender Verfügbarkeit von Impfstoff auch andere gesunde Impfwillige." Zudem habe der Hausärzteverband bereits frühzeitig Angebote gemacht, um die Organisation der Impfkampagne zu optimieren. Die Umsetzung sei jedoch an den Kassen und zum Teil auch an den KVen gescheitert, erklärte Weigeldt. Die Hausärzte werden also ihrer Verantwortung gerecht, erwarten aber auch, dass die Unstimmigkeiten bei Krankenkassen und KVen über eine angemessene Honorierung schnell ausgeräumt werden. "Der Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums, sich bei der ersten Impfung an der regulären Impfvereinbarung zu orientieren und die erste Impfung mit 7,76 Euro zu vergüten und die Folgeimpfung mit 5 Euro, ist fair und wir Hausärzte können erwarten, dass die in den Hausarztpraxen entstehenden direkten Kosten der Impfung gedeckt werden", erklärte Weigeldt. "Schließlich arbeiten auch die Hersteller nicht für ein Butterbrot."

Quelle: Pressemeldung Deutscher Hausärzteverband e.V.

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