Krankenkassen brauchen mehr Geld für Arzneimittel

12.08.2005 | Darmstadt
Heftiger Streit darüber, wie das Wachstum der Arzneimittelausgaben gebremst werden könnte, hat das Klima zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und den Spitzenverbänden der Gesetzlichen Krankenkassen belastet. Vier Milliarden Euro - so fürchten die Kassen - müssen sie in diesem Jahr mehr für Arz-neimittel ausgeben als noch im letzten Jahr, nämlich 25 statt 21 Milliarden.

Die Schuld sehen die Krankenkassen bei den Ärzten. Sie würden zu oft neue patentgeschützte Medikamente verordnen, obwohl sie auch mit älteren Präparaten auskommen könnten. Die Ärzte hätten es mit dem Rezeptblock in der Hand, die Ausgabenentwicklung zu beeinflussen. Die Kassen fordern daher ein Bonus-Malus-System, um für die Ärzte Anreize zur Sparsamkeit zu schaffen. Die KBV lehnt dies mit der Begründung ab, für die Ausgabensteigerungen gebe es externe Ursachen. Tatsächlich waren die Ausgabensteigerungen zum Großteil vorhersehbar: etwa wegen der gesetzlich festgelegten Reduzierung des Zwangsrabatts um zehn Prozent, den die Arzneimittelhersteller auf festbetragsfreie Medikamente zu leisten haben.

In den Streit hat sich nun auch das Bundesgesundheitsministerium eingeschaltet und der Selbstverwaltung von Krankenkassen und Ärzten Versagen vorgeworfen. Laut Sozialgesetz sind beide verpflichtet, sich auf die Höhe der Arzneimittelausgaben eines Jahres zu einigen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, falls eine Überschreitung des vereinbarten Betrags droht.

Quelle: Pressemeldung Merck Serono GmbH

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