Krankenkassen brauchen mehr Geld für Arzneimittel
Die Schuld sehen die Krankenkassen bei den Ärzten. Sie würden zu oft neue patentgeschützte Medikamente verordnen, obwohl sie auch mit älteren Präparaten auskommen könnten. Die Ärzte hätten es mit dem Rezeptblock in der Hand, die Ausgabenentwicklung zu beeinflussen. Die Kassen fordern daher ein Bonus-Malus-System, um für die Ärzte Anreize zur Sparsamkeit zu schaffen. Die KBV lehnt dies mit der Begründung ab, für die Ausgabensteigerungen gebe es externe Ursachen. Tatsächlich waren die Ausgabensteigerungen zum Großteil vorhersehbar: etwa wegen der gesetzlich festgelegten Reduzierung des Zwangsrabatts um zehn Prozent, den die Arzneimittelhersteller auf festbetragsfreie Medikamente zu leisten haben.
In den Streit hat sich nun auch das Bundesgesundheitsministerium eingeschaltet und der Selbstverwaltung von Krankenkassen und Ärzten Versagen vorgeworfen. Laut Sozialgesetz sind beide verpflichtet, sich auf die Höhe der Arzneimittelausgaben eines Jahres zu einigen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, falls eine Überschreitung des vereinbarten Betrags droht.
Quelle: Pressemeldung Merck Serono GmbH
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