Medikamenten-Auslandpreisvergleich und Vorschläge für tiefere Generikapreise

16.11.2009 | Basel
Erstmals haben Pharmaindustrie und Krankenkassen einen gemeinsamen Medikamenten-Preisvergleich durchgeführt. Der am Montag in Bern präsentierte Vergleich zeigt im Durchschnitt neun Prozent tiefere Preise bei den patentgeschützten Originalpräparaten in den Vergleichsländern.

Mit einer Preisdifferenz von etwa fünfzig Prozent sind die Generika in der Schweiz deutlich teurer als im vergleichbaren Ausland. Pharmaindustrie und Krankenkassen schlagen ein neues Modell zur dynamischen Preisbildung der Generika vor, um das Einsparpotenzial besser auszuschöpfen.

Im Interesse der Versachlichung der Diskussion über die Medikamentenpreise haben die Krankenversicherungen (santésuisse) und die Branchenverbände der Pharmaindustrie (Interpharma und vips) erstmals gemeinsam einen Auslandpreisvergleich für Originalprodukte und Generika präsentiert. Demnach sind die 200 umsatzstärksten kassenpflichtigen Originalmedikamente in der Schweiz gegenüber dem aktuell gültigen Länderkorb (DE, DK, NL, UK, FR, AT) zu Ex-Factory-Preisen neun Prozent teurer. Dies entspricht einem Einsparpotential (ohne Margen) von rund CHF 210 Mio. Das a.o. Massnahmenpaket des Bundesrats im Medikamentenbereich sollte diese Differenz zu einem grossen Teil eliminieren.

Erheblich ist der Unterschied bei den Generika: Basierend auf den 98 umsatzstärksten Wirkstoffen kosten die Generika in der Schweiz zu Fabrikabgabepreisen rund doppelt so viel wie in den sechs westeuropäischen Vergleichsstaaten. Entsprechend signifikant ist das Einsparpotenzial auf einem bis zu 25 Prozent tieferen Preisniveau.

Mit einer Änderung der entsprechenden Verordnung soll dieses Einsparpotenzial auch bei den Generika besser ausgeschöpft werden. Kernelemente des Vorschlags, für den sich Krankenversicherung und Pharmaindustrie gemeinsam beim EDI / BAG einsetzen wollen, sind nach Umsatz differenzierte Preisabstandsregeln, die häufigere Preisüberprüfung in den Jahren nach Patentablauf und die Einführung eines höheren Selbstbehalts.

Quelle: Pressemeldung Interpharma, Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz

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