NAV-Virchow-Bund Bekräftigt Seine Positionen Zur Gesundheitsprämie

14.07.2004 | Köln
Der NAV-Virchow-Bund, der Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, bekräftigt in der aktuellen Diskussion um die Finanzierung des Gesundheitswesens seine Position zur Einführung einer Gesundheitsprämie. "Seit dem Jahr 2002, als wir unser Grundsatzpapier dazu vorstellten, haben sich immer mehr Akteure im Gesundheitswesen unseren Positionen angeschlossen", stellt der Bundesvorsitzende Dr. Maximilian Zollner fest.

In dem Grundsatzpapier ist die Forderung nach einer Gesundheitsprämie enthalten, die pro Einwohner zu zahlen ist. Der derzeitige Versicherungsanteil der Arbeitgeberseite soll festgeschrieben und mit dem Lohn steuerneutral ausbezahlt werden. Die Gesetzliche Krankenversicherung beinhaltet die umfassende medizinische Grundversorgung. Das Leistungsspektrum wird von allen Krankenkassen einheitlich festgelegt und gemeinsam angeboten.

Ein sozial verträglicher Selbstbehalt bis zu einer vom Gesetzgeber festgelegten Obergrenze bei ärztlichen Leistungen und Medikamenten trägt zusätzlich zur Beitragsentlastung bei, bekämpft die Vollkaskomentalität und schärft das Kostenbewusstsein der Versicherten. Kinder müssen von einer Zuzahlung ausgenommen werden. Für Sozialschwache gibt es Härteklauseln.

Durch Einführung der Kostenerstattung wird der Solidarmissbrauch im System drastisch verringert. Durch diese Rationalisierungsreserve kann entweder die die Gesundheitsprämie verringert oder der staatliche Zuschuss für Geringverdiener und Kinder erhöht werden.

Um das System angesichts der demographischen Entwicklung zukunftsfähig zu gestalten, garantiert ein Kapitaldeckungsverfahren die notwendigen Alterungsrückstellungen. "Diese Demographie-Reserve fehlt mittlerweile bei nahezu allen Pauschal-Modellen", bemängelt Dr. Zollner.

"Mit der so genannten "Bürgerversicherung" bleibt die Finanzierung weiterhin instabil, weil sie nicht von der Konjunktur unabhängig wird", bekräftigt Dr. Zollner. Dadurch werde die Behandlung der Kranken analog der Kassenlage weiterhin rationiert, statt sich am Krankheitsbild der Menschen und dem medizinischen Fortschritt zu orientieren.

Außerdem breche mit der Bürgerversicherung eine "Flutwelle der Bürokratie" über das Gesundheitswesen ein, da durch die Erfassung der unterschiedlichen Einkommensarten quasi eine zweite Finanzverwaltung aufgebaut werden muss.

Hier finden Sie das Grundsatzpapier

"Gerüst für ein neues zukunftsfähiges und generationengerechtes Gesundheitssystem" aus dem Jahre 2002

Quelle: Pressemeldung NAV-Virchow-Bund

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