Nicht in Eigenregie einnehmen

17.03.2011 | Berlin
Angesichts der Atomkatastrophe in Japan fragen sich viele Menschen in Europa, ob sie vorsorglich Jodtabletten schlucken sollen. Nein, sagt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Denn die Einnahme birgt ihrerseits Gesundheitsrisiken. Daher soll sie nur auf behördliche Anordnung erfolgen.

Hochdosiertes Kaliumjodid kann die Schilddrüse vor Schäden durch radioaktives Jod schützen, das bei Atomunfällen entweicht. Dazu reicht eine einmalige Gabe, deren Dosis sich nach dem Alter richtet. Das hilft aber nicht gegen andere Strahlenschäden. Das Bundesumweltministerium warnt davor, diese Tabletten auf eigene Faust prophylaktisch einzunehmen. "Erstens wirken die Mittel nur wenige Stunden vor bis wenige Stunden nach einer radioaktiven Belastung vorbeugend, und zweitens können sie schwere Schilddrüsenerkrankungen verursachen", erklärt Prof. Dr. Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen und Leiter der Arzneimittelbewertungen der Stiftung Warentest. Besonders gefährdet sind demnach Menschen über 45 Jahre mit Jodallergien oder Schilddrüsenüberfunktion.

Die Einnahme von Jodtabletten soll nur auf behördliche Anordnung erfolgen. Bis jetzt gibt es keinen Grund zu handeln, so das Umweltministerium, denn aufgrund der großen Entfernung sei eine Gefahr für Deutschland praktisch ausgeschlossen. Für den Fall der Fälle halten deutsche Behörden das Mittel vorrätig.

Es würde dann nicht reichen, einfach Tabletten gegen Jodmangel einzunehmen, schreibt die Website der Stiftung Warentest, test.de. Denn sie sind viel zu niedrig dosiert. So müsste ein Erwachsener 1.300 Tabletten à 100 Mikrogramm schlucken. Theoretisch lassen sich hochdosierte Notfallpräparate in der Apotheke kaufen und zu Hause aufbewahren. Doch die Einnahme darf nur auf behördliche Anordnung erfolgen.

Quelle: Pressemeldung Stiftung Warentest

Dieser Beitrag wurde bisher 178 mal gelesen.
(Rang 90 auf medikamente-und-arznei.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Wirkstoffverordnung bringt Patienten keine Vorteile - weiterhin Regressgefahr für Hausärzte

20.09.2011 | "Apotheker und Hausärzte arbeiten bei der Arzneimittelverordnung vor Ort eng im Sinne der Patienten zusammen...

weiter in Wirkstoffverordnung bringt ...

Apotheken stellen Versorgung der Patienten sicher

374 mal gelesen. Rang 16 auf medikamente-und-arznei.de.

24.05.2011 | Wenn am 1. Juni 2011 die sechste Runde der Arzneimittelrabattverträge der AOK umgesetzt werden soll, stellen...

weiter in Apotheken stellen Versorgung der ...

"Sehr gut" von ÖKO-TEST für Cetirizin Heumann

387 mal gelesen. Rang 15 auf medikamente-und-arznei.de.

11.05.2011 | Der Nürnberger Generikahersteller HEUMANN PHARMA erhält von ÖKO-TEST in der Ausgabe 02/2011 ein "sehr gut" für...

weiter in "Sehr gut" von ÖKO-TEST für ...

Asthma: Mehr Jungs als Mädchen fehlt die Puste

26.04.2011 | Jedes zehnte Kind leidet unter Asthma. Nach DAK-Daten fehlt vor allem Jungs öfter die Puste. Denn: 60 Prozent...

weiter in Asthma: Mehr Jungs als Mädchen ...

Fressnapf bietet Bestellmöglichkeit für Tierarznei

03.03.2011 | Fressnapf, die größte Fachhandelskette für Heimtierbedarf in Europa, kooperiert seit Mitte Februar mit der VfG...

weiter in Fressnapf bietet Bestellmöglichkeit ...



Aktuelles

Zedernsohle gegen Schweißfüße

Schweißfüße sind unangenehm Wenn die Füße riechen ist das...

weiter ...

29. Oktober 2011: Weltschlaganfalltag

Schlaganfall-Hilfe bietet Informationen zur Steigerung der...

weiter ...

Weitere Themen

Offizieller Startschuss für brandenburgisches Telemedizin- Netz gefallen

Hochrisiko-Herzpatienten werden aus der Ferne rund um die...

weiter ...

Bundesverwaltungsgericht unterstreicht Bedeutung des Nacht- und Notdienstes

Mit der jüngsten Entscheidung zum Nacht- und Notdienst in...

weiter ...

Archiv

Das Handy als Thermometer, Blutdruck- und Blutzuckermesser

Smartphones können bei Therapie und Gesundheitschecks helfen...

weiter ...

Krankenkassen erreichen positives Finanzergebnis im ersten Quartal 2011

In den ersten drei Monaten 2011 haben die gesetzlichen...

weiter ...