Papilio begeistert von München bis Kiel
"Unsere Kinder sind sonst kaum fünf Minuten ruhig zu halten und jetzt waren sie eine halbe Stunde gebannt", staunt eine Erzieherin, deren Kindergarten im Problembezirk einer großen Stadt liegt. Dieses "Wunder" schafften "Paula und die Kistenkobolde" - eine Geschichte, mit der Gefühle erklärt werden. Sie ist aber noch mehr als das: Sie ist ein Baustein des Kindergartenprogramms Papilio, das seit März quer durch Deutschland getourt ist und allerorts Begeisterung, Tatendrang, aber auch Nachdenklichkeit zurückgelassen hat. Ziel der Aufklärungskampagne ist, Verantwortliche in Kindergärten, Politik und Gesellschaft für die frühzeitige Prävention gegen Sucht und Gewalt zu sensibilisieren. Attraktives Zugpferd ist die Augsburger Puppenkiste, die mit ihren Marionetten das Stück über Gefühle aufführt.
Seit dem Kampagnenauftakt am 7. März im Bayerischen Landtag in München absolvierte das Tour-Team 22 Stationen von Lindau über Wiesbaden bis nach Kiel. Die Auftritte vor Ort folgten immer demselben Muster: Drei Mal zeigte die Augsburger Puppenkiste das Stück "Paula und die Kistenkobolde". Rund 4500 Kindergartenkinder konnten so erreicht werden. Bei der dritten Aufführung waren jedes Mal auch viele Erwachsene dabei: Kindergarten- und Präventionsexperten, Erzieherinnen, Politiker und mögliche Förderer. Sie erhielten anschließend eine ausführliche Präsentation zur Sucht- und Gewaltprävention und wie das Kindergartenprogramm Papilio die wissenschaftlichen Erkenntnisse in praktische Kindergartenarbeit umsetzt. Vorgestellt werden neben "Paula" alle weiteren Bausteine des Programms, das sich neben den Kindern auch an die ErzieherInnen und Eltern richtet und so eine umfassende, nachhaltige Wirkung erzielt.
Rund 1200 Fachleute wurden so in den vergangen drei Monaten informiert und die Ergebnisse sind ermutigend: In Hessen wird Papilio flächendeckend eingeführt, unter der Schirmherrschaft von Sozialministerin Silke Lautenschläger, gefördert von der AOK Hessen, koordiniert von der Landesstelle für Suchtfragen und verbreitet über die Präventionsfachstellen des Landes. In Schleswig-Holstein wird die Caritas in Kooperation mit dem Kinderschutzbund aktiv. In Thüringen nimmt das Kultusministerium das Anliegen in die Hand. In Mecklenburg-Vorpommern ist das Sozialministerium eingebunden und will Papilio über die Landeskoordinationsstellen für Suchtvorbeugung in die Kindergärten bringen. Weitere Bundesländer sind interessiert. Die ersten ErzieherInnenfortbildungen sind ausgebucht und weitere Papilio-Trainer werden ab Herbst 2006 bundesweit geschult.
Aus der Praxis für die Praxis
Was macht den Erfolg von Papilio aus, was fasziniert Kinder und überzeugt Fachleute und Politik? "Die Kinder spüren einfach, dass Papilio tiefer geht", erklärt Papilio-Projektleiterin Heidrun Mayer. "Paula und die Kistenkobolde" ist nicht nur einfach eine nette Geschichte - das ist sie auch - die Geschichte erklärt den Kindern Gefühle und damit lernen sie etwas über sich und den Umgang mit anderen."
Für die Erzieherinnen steht die Erkenntnis im Vordergrund, "dass dieses Programm wirklich kindergarten-alltagstauglich ist." Die Sozialpädagogin Mayer kommt selbst aus der Kindergartenpraxis: "Ich hätte nichts entwickelt, von dem ich nicht sicher gewesen wäre, dass es im Kindergarten problemlos umsetzbar ist." Mittlerweile ist auch durch eine wissenschaftliche Begleitstudie belegt, dass Papilio die ErzieherInnen qualifiziert, motiviert und dadurch in ihrer Arbeit bestärkt
"Nutzt das auch was?", war der Tenor, mit dem Politiker Papilio zwar interessiert, aber auch kritisch begutachteten. Hier konnte die Tour-Präsentation alle Zweifel ausräumen, denn es wurden sowohl die wissenschaftliche Basis des Programms als auch die Ergebnisse der Papilio-Studie vorgestellt. Die Studie mit fast 700 Kindern sowie 1200 Eltern und 100 Erzieherinnen konnte zeigen, dass Papilio-Kinder Verhaltensauffälligkeiten stärker reduzieren als andere Kinder und dass sich ihre sozial-emotionale Kompetenz besser entwickelt. Papilio setzt deshalb im Kindergarten an, weil hier die entscheidenden Risikofaktoren reduziert und die Schutzfaktoren gefördert werden können. Damit ist die Basis gelegt, um Kinder gegen die spätere Entwicklung von Sucht und Gewalt zu schützen
Treuer Begleiter und Förderer
"Die positive Bilanz gibt uns Recht!", freut sich auch Dr. Wolfgang Niedermaier, Geschäftsführer der betapharm Arzneimittel GmbH, über den Tourerfolg. Über die betapharm Stiftung begleitet und fördert das Unternehmen Papilio seit der Entwicklung im Jahr 2002 und jetzt aktuell die Aufklärungskampagne: "Damit setzen wir unser Engagement konsequent fort. Unser Ziel ist, Papilio in ganz Deutschland in die Kindergärten zu bringen. Denn wir sind überzeugt davon, dass Papilio nicht nur entscheidend zur Sucht- und Gewaltprävention beitragen kann, sondern auch ein eindrucksvolles Beispiel für Gesundheitsprävention insgesamt ist."
Der Erfolg beflügelt und deshalb werden im Herbst die Augsbuger Puppenkiste und die Papilio-Experten weiter mit ihrem Anliegen auf Reisen gehen: Schwerpunkt der Aufklärungskampagne wird dann Nordrhein-Westfalen sein.
Partner für die Verbreitung von Papilio
Papilio wird federführend vom beta Institut in Augsburg entwickelt, wissenschaftlich untersucht und verbreitet. Partner sind die Universitäten Berlin (FU), Bremen und Augsburg, die Augsburger Puppenkiste, verschiedene Künstler sowie zahlreiche Förderer. Die betapharm Stiftung und die Robert Bosch Stiftung unterstützen die Verbreitung von Papilio in ganz Deutschland.
Quelle: Pressemeldung betapharm Arzneimittel GmbH
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