Preis für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit ging an sanofi-aventis in Frankfurt

27.01.2005 | Frankfurt
Gleich zweimal hat der Standort Frankfurt von sanofi-aventis bei dem internationalen HSE Award für das Jahr 2004 gewonnen, einem unternehmensweiten Preis für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit.

Der Unternehmensbereich Wirkstoffe Frankfurt Biotechnik, in dem Humaninsulin hergestellt wird, erhielt den Hauptpreis und die Auszeichnung in der Kategorie Reducing Evironmental Footprint (Reduzierung der Umwelt-auswirkungen) für das Projekt "Reduzierung des Harnstoffverbrauchs". Der Preis in der Kategorie Safety Excellence (herausragende Leistung im Bereich Sicherheit) ging an Frankfurt Diabel für das Projekt "Responsible Care Teams". Damit hat der Standort Frankfurt in dem internationalen Wettbewerb, bei dem insgesamt 60 Vorschläge aus der ganzen Welt eingereicht wurden, die Nase vorn. Der Hauptpreis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Gewinner einzelner Kategorien erhalten 4.000 Euro.

Der Standort Frankfurt Biotechnik hat in seinem Projekt, das jetzt ausgezeich-net wurde, eine Lösung entwickelt, um nicht nur den Stickstoff im Abwasser zu verringern, sondern gleichzeitig den Verbrauch eines Rohstoffs, in diesem Fall des Harnstoffs bei der Insulinproduktion. Die Produktionsprozesse wurden so optimiert, dass durch die Verringerung der Rohstoffkosten und die Reduzierung der Abwasserabgaben innerhalb von drei Jahren 450.000 Euro eingespart werden können. "Damit zeigt sich, dass umweltbewusstes Handeln nicht immer mit höheren Kosten verbunden sein muss", betont der Leiter des Standorts Frankfurt Biotechnik Uwe Wirth und ergänzt: "Der Preis unterstreicht unsere erfolgreichen Bemühungen um nachhaltige Umweltkonzepte in der Produktion."

Harnstoffabwasser, das bei der Insulinherstellung anfällt, wird über eine Rohrleitung den Harnstoffeindampfern der Klärschlammverbrennungsanlage (KVA) des Industrieparks Höchst zugeführt. Dort wird das Abwasser in zwei Eindampfern konzentriert. Das erzeugte Harnstoffkonzentrat wird dann weiter genutzt, beispielsweise zur Rauchgastentstickung der KVA. Mitte des Jahres 2004 wurde ein Insulin-Teilbetrieb mit einer eigenen Rohrleitung an die beiden Eindampfer angebunden.

Die neuen Prozesse und die Harnstoffentsorgung wirken sich auch positiv auf den Stickstoffgehalt bei der Abwasserentsorgung aus, denn allein bei dem Teilbetrieb Chemtec fällt täglich etwa eine Tonne Harnstoff an. Dieser Abwasserstrom wurde zuvor in die Kläranlage des Industrieparks eingeleitet. Das Projekt von sanofi-aventis, das Ergebnis einer hervorragenden fach-übergreifenden Zusammenarbeit von Ingenieurtechnik, Produktion und Qualitätsorganisation, leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der zentralen Kläranlage im Industriepark Höchst.

Das Projekt "Responsible Care Teams" der Diabel, das den Preis in der Kategorie "Safety Excellence" erhielt, wurde als Pilot gemeinsam mit der Technischen Universität Darmstadt ins Leben gerufen. "Es ging darum, unsere Mitarbeiter intensiver in die Arbeitsprozesse einzubeziehen", erklärt Wolfgang Kirchner, HSE-Manager Diabel, der das Projekt leitet.

In jeder von vier Schichten der Teilanlage Hochreinigung wurden auf freiwilliger Basis Teams aus jeweils vier bis sieben Mitarbeitern gebildet, die sich intensiv mit dem Thema Sicherheit auseinandergesetzten und sich die Frage stellten, in welchen Bereichen es noch Verbesserungspotenzial gebe. Das Ergebnis dieser Gruppen waren Verbesserungsvorschläge, die beim Ideen-Center eingereicht wurden. Doch damit war dem Projekt noch nicht Genüge getan. "Uns ging es darum, dass der Mitarbeiter nicht nur weiß, dass wir etwas verbessern können, sondern auch wie wir etwas verbessern können. Auf diese Weise bekommt jeder Vorschlag eine andere Qualität", ergänzt Wolfgang Kirchner.

Beim Erarbeiten der Problemlösungen haben die Mitarbeiter relativ freie Hand. Sie können im Internet recherchieren, Fachabteilungen um Rat fragen und auch Kontakt zu Fremdfirmen aufnehmen. Das Pilotprojekt läuft seit Anfang des Jahres 2004. Der Standortleiter Frankfurt Diabel, Frank Richard, freut sich, dass das Angebot so gut angenommen wird: "Die Mitarbeiter sind hoch motiviert und kreativ. Die Ideen, die bis jetzt heraus gekommen sind, können sich sehen lassen." Das Preisgeld, so hat das Projektteam entschieden, wird einem gemeinnützigen Zweck gestiftet.

Quelle: Pressemeldung Sanofi-Aventis

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