"Preissenkungen" Bei Arznei-Innovationen

25.02.2004 | Köln
Als einen "schlechten Faschingsscherz" bezeichnete am Aschermittwoch der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Maximilian Zollner, die Hinweise des Gesundheitsministeriums auf billiger gewordene innovative Arzneimittel.

"Das konterkariert die jahrelangen Spar-Bemühungen der Ärzte, bei Verschreibungen auf günstigere Generika (Nachahmerprodukte) auszuweichen. Zwar sind zahlreiche Innovationen billiger geworden, weil die Apotheker-Honorare pauschaliert und der Zwangsrabatt erhöht worden ist. Entsprechende Generika liegen aber dennoch teilweise 30 bis 40 Prozent unter dem Preis für das Originalpräparat", betont Dr. Zollner.

"Wenn gesetzlich verursachte Preissenkungen jetzt als Erfolg verkauft werden, zeigt dies, wie wenig gute Nachrichten das Ministerium sonst zu verbreiten hat."

Dabei bewegen sich die niedergelassenen Ärzte nach Ansicht von Dr. Zollner auf gefährlichem Eis, wenn sie sich zu einer solchen "innovativeren Verordnungspraxis" verführen lassen. Denn durch das gleiche Gesetz wurden die Prüfbestimmungen beim Arzneimittelregress massiv verschärft.

Völlig abstrus werde die Rechtfertigung des Ministeriums, wenn behauptet wird, ohne die "Maßnahmen des Gesetzes", also die Preissenkungen für Arzneimittel, käme man in die Gefahr, "dass der teure therapeutische Fortschritt in der Pharmazie nicht mehr ausreichend finanziert werden kann". Dazu Dr. Zollner: "Welcher forschende Arzneimittelhersteller steigert seinen Forschungs-Etat, wenn er gleichzeitig gesetzlich verordnete Umsatzverluste hat? Diese Logik erschließt sich mir leider nicht!"

Das zeige, wie krampfhaft man im Ministerium derzeit bemüht ist, jede noch so kleine positive Nachricht entsprechend beifällig zu verkaufen.

Quelle: Pressemeldung NAV-Virchow-Bund

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