Richtgrössen für Arznei- und Heilmittel anpassen

13.03.2000 | Köln
Eine große Gefahr für die wirtschaftliche Situation der Vertragsärzte sieht der NAV-Virchowbund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, in der wesentlichen Verschärfung der Prüf- und Regressbestimmungen bei der Verschreibung von Arznei- und Heilmitteln durch das Gesundheitsreformgesetz 2000.

Er forderte deshalb die Krankenkassen und die Kassenärztlichen Vereinigungen nachdrücklich auf, über die Höhe der individuellen Richtgrößen für Arznei- und Heilmittel neu zu verhandeln und sie den geänderten Verhältnissen anzupassen.

Der Bundesvorsitzende des NAV-Virchowbundes, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, Dr. Maximilian Zollner, wies darauf hin, dass nach diesem Gesetz der Vertragsarzt bereits bei einer Überschreitung der Richtgröße von 5 % - bisher 15 % - in die Beratung komme und bei einer Richtgrößenüberschreitung von 15 % - gegenüber bisher 25 % - regresspflichtig werde, sofern sich die Überschreitungen nicht durch Praxisbesonderheiten begründen ließen. Dies bedeute, dass der Mehrzahl aller Vertragsärzte eine Wirtschaftlichkeitsprüfung mit nachfolgendem Regress drohe. Damit sitze der niedergelassene Arzt in einer Doppelfalle, denn er hafte zum einen beim Globalbudget und zum anderen für die Überschreitung der individuellen Richtgröße, ohne jedoch verlässliche Zahlen über die Höhe der Gesamtverschreibungen oder seiner Arzneimittelverordnungen zu haben.

Wenn bereits jetzt Vertreter von Patientenorganisationen das restriktive Verordnungsverhalten der Ärzte beklagten, so hätten das nicht die niedergelassenen Ärzte zu vertreten, sondern allein der Gesetzgeber, der endlich auch die Verantwortung dafür übernehmen müsse, forderte Dr. Zollner.

Quelle: Pressemeldung NAV-Virchow-Bund

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