Schmerzbremse

01.01.2010 | Berlin
Starke Schmerzen verringern die Lebensqualität dramatisch. Daher sind Menschen, die unter starken Schmerzen leiden (Beispiele: postoperative Schmerzen, Tumorschmerzen) auf eine Schmerztherapie angewiesen, die rasch, zuverlässig und anhaltend wirkt.

Der Klassiker unter den Mitteln gegen starke und stärkste Schmerzen ist Morphin. Die aus dem Milchsaft der unreifen Schlafmohnkapsel gewonnene Substanz (Opium) wurde bereits in der Antike zur Schmerzbehandlung eingesetzt. Das Opiat Morphin unterdrückt den Schmerzreiz, indem es die Opioidrezeptoren im Gehirn und Rückenmark aktiviert. Diese Rezeptoren sind Bestandteil des schmerzhemmenden Systems des Organismus. Im aktiven Zustand verhindern sie die Weiterleitung von Schmerzsignalen ins Gehirn und senken das Schmerzempfinden.

Morphin verursacht verschiedene Nebenwirkungen. So treten zu Beginn der Therapie häufig Übelkeit und Erbrechen sowie Schwindel und Benommenheit auf. Darüber hinaus verringert Morphin die Atmungsaktivität und unterdrückt den Hustenreiz. Zudem lähmt es den Darm, was bei Langzeitanwendung zur Verstopfung (Obstipation) führen kann. Da Morphin auch die Stimmungslage hebt, kann es ferner zur Abhängigkeit der Patienten kommen.

Um diese Nebenwirkungen zu vermeiden bzw. zu verringern, sollten Patienten nach dem Schema des "WHO-Stufenplans", das sowohl Dosissteigerungen als auch Dosisreduktionen vorsieht, individuell mit Morphin behandelt werden. Menschen mit schweren, chronischen Schmerzen sollten in erster Linie mit Retardpräparaten versorgt werden, die strikt nach Zeitplan einzunehmen sind. Morphintherapien sind mit Abführmitteln zu begleiten.

Bei Behandlung durch erfahrene Schmerztherapeuten treten bei den meisten Patienten mit Ausnahme der behandelbaren Obstipation keine Nebenwirkungen auf. Morphin ist deshalb geeignet, die Unterversorgung in der Schmerztherapie in Deutschland abzubauen und zu beseitigen.

Wegen seines Suchtpotentials unterliegt Morphin dem Betäubungsmittelrecht.

Das Morphin wurde 1915 in Deutschland eingeführt. Im aktuellen 12-Monatswert liegt das gesamte Umsatzvolumen nach Angaben des unabhängigen Marktforschungsinstituts INSIGHT Health bei 54,6 Mio. Euro. Das erste Generikum wurde 1984 auf den Markt gebracht. Derzeit halten die preisgünstigen Morphin-Generika einen Marktanteil von rund 91% nach Umsatz.

Quelle: Pressemeldung Pro Generika e.V.

Dieser Beitrag wurde bisher 55 mal gelesen.
(Rang 974 auf medikamente-und-arznei.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Offizieller Startschuss für brandenburgisches Telemedizin-Netz gefallen

12.10.2011 | Hochrisiko-Herzpatienten werden aus der Ferne rund um die Uhr medizinisch betreut

weiter in Offizieller Startschuss für ...

Bundesverwaltungsgericht unterstreicht Bedeutung des Nacht- und Notdienstes

315 mal gelesen. Rang 26 auf medikamente-und-arznei.de.

27.05.2011 | Mit der jüngsten Entscheidung zum Nacht- und Notdienst in Apotheken haben die Richter am...

weiter in Bundesverwaltungsgericht ...

Raymond C. Stevens bekleidet die 21. Friedrich-Merz-Stiftungsgastprofessur

26.05.2011 | Professor Raymond C. Stevens vom Scripps Research Institute in La Jolla (USA) wurde auf die diesjährige...

weiter in Raymond C. Stevens bekleidet die ...

Blutdruckmess-Gerät schlägt im Notfall Alarm

28.04.2011 | KKH-Allianz setzt Telemonitoring bei Risikopatienten ein. Die KKH-Allianz erweitert ihre Gesundheitsberatung...

weiter in Blutdruckmess-Gerät schlägt im ...

Depression kostet Volkswirtschaft jährlich bis zu 22 Milliarden Euro

13.04.2011 | Die Krankheit ist nicht nur Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung, sondern verursacht durch...

weiter in Depression kostet Volkswirtschaft ...



Aktuelles

Zedernsohle gegen Schweißfüße

Schweißfüße sind unangenehm Wenn die Füße riechen ist das...

weiter ...

29. Oktober 2011: Weltschlaganfalltag

Schlaganfall-Hilfe bietet Informationen zur Steigerung der...

weiter ...

Weitere Themen

Offizieller Startschuss für brandenburgisches Telemedizin- Netz gefallen

Hochrisiko-Herzpatienten werden aus der Ferne rund um die...

weiter ...

Bundesverwaltungsgericht unterstreicht Bedeutung des Nacht- und Notdienstes

Mit der jüngsten Entscheidung zum Nacht- und Notdienst in...

weiter ...

Archiv

Das Handy als Thermometer, Blutdruck- und Blutzuckermesser

Smartphones können bei Therapie und Gesundheitschecks helfen...

weiter ...

Krankenkassen erreichen positives Finanzergebnis im ersten Quartal 2011

In den ersten drei Monaten 2011 haben die gesetzlichen...

weiter ...