Vemehrt Masern-Infektionen in Deutschland: Impfschutz unbedingt prüfen

05.04.2006 | Bielefeld
Nach Auskunft der Gesundheitsbehörden in Nordrhein-Westfalen (NRW) ist es zu einem ungewöhnlich hohen Anstieg von Masern-Infektionen gekommen. In den vergangenen Tagen wurden allein in NRW mehr als 350 Masern-Erkrankungen gemeldet.

Waren es im gesamten Jahr 2004 nur 121 Fälle im gesamten Bundesgebiet, wurden seit Beginn des Jahres 2006 schon über 500 Erkrankungen deutschlandweit gemeldet. Die Betriebskrankenkasse Dr. Oetker rät daher dringend den eigenen Impfschutz zu kontrollieren und ggf. versäumte Impfungen nachzuholen.

"Vielfach herrscht noch immer der Glaube, Masern sei eine harmlose Kinderkrankheit.", weiß Klemens Kläsener, Vorstandsvorsitzender der BKK Dr. Oetker. "Doch Infektionen mit Masern, Mumps oder Röteln können bleibende Behinderungen hervorrufen oder sogar tödlich verlaufen. Gerade mit zunehmendem Alter besteht die Gefahr erheblicher Komplikationen." Dabei kann mit der zweimaligen Kombinationsimpfung MMR (Masern-Mumps-Röteln) allen drei Infektionen gleichzeitig vorgebeugt werden.

Rechtzeitig vorbeugen

Die BKK Dr. Oetker rät zur ersten Impfung bereits im Säuglingsalter von 11 bis 14 Monaten. In der Regel geschieht dies anlässlich einer der Kindervorsorgeuntersuchungen (U1 - U9) durch den Kinderarzt. Die zweite Impfe ist noch vor dem zweiten Geburtstag fällig, allerdings sollten dazwischen mindestens vier Wochen Abstand liegen.

Besonders bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 gibt es nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts große Impflücken. Impfungen gehören im Kindes- und Jugendalter zur Vorsorge. Die Kosten tragen die gesetzlichen Krankenkassen. Bei reinen Vorsorgeuntersuchungen braucht beim Arzt auch keine Praxisgebühr bezahlt werden. Übertragen durch Tröpfcheninfektion sind Masern hoch ansteckend. Symptome wie hohes Fieber und ausgeprägtes Krankheitsgefühl gehen einher mit Ausschlag, der sich über den ganzen Körper ausbreiten kann, sowie tränenden und lichtempfindlichen Augen und ausgeprägtem Husten. Im Idealfall bessern sich die Beschwerden nach etwa zwei Wochen. Schlimmere Fälle führen zu Mittelohr- oder Lungenentzündung oder sogar zur Masernenzephalitis (Hirnhautentzündung), die in einem von 1.000 Fällen auftritt und tödlich enden kann.

Quelle: Pressemeldung Betriebskrankenkasse (BKK) Dr. Oetker

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