Was tun bei Akne mit 30?

19.08.2010 | Bielefeld
Über 70 Prozent der Jugendlichen leiden an Akne, der weltweit häufigsten Hauterkrankung. Doch nicht nur im Zuge der Pubertät kann eine Erkrankung des Talgdrüsenfollikels auftreten.

Bei 25 % der männlichen Bevölkerung sowie 50 % der Frauen entstehen auch im Laufe ihres Erwachsenenalters vorübergehend Komedone oder gar entzündliche Hautveränderungen wie Papeln, Pusteln oder Knoten. Das Auftreten einer Akneerkrankung im Alter von 25, 30 oder 40 Jahren hat meist eine konkrete Ursache. Hautexperten empfehlen unterschiedliche Therapieformen und raten zu kontrollierter Ernährung.

Spezialisten bezeichnen die Akne im fortgeschrittenen Erwachsenenalter als Acne tarda. Diese tritt gewöhnlich nach dem 25. Lebensjahr vermehrt durch Mitesser, weniger durch Papeln und Pusteln in Erscheinung, und hat andere Ursachen als die Acne vulgaris, die die typischen Pubertätspickel hervorbringt und normalerweise vor dem 30. Lebensjahr abklingt. Akne bei Erwachsenen kann aufgrund von exogenen Faktoren entstehen: Kosmetika, Medikamente gegen Epilepsie, Kortisonpräparate, Antidepressiva, Nikotinmissbrauch und der Kontakt mit äußerlich wirkenden Substanzen aus der Umwelt, wie Chlor, Öl und Teer, können Auslöser sein.

Doch auch Stress, Stoffwechselerkrankungen, Bakterien und Umstellungen des Hormonhaushalts begünstigen die Entstehung von Akne. Hautärzte gehen zudem davon aus, dass Hauterscheinungen der Spätform der Akne auch dadurch entstehen können, dass die vormals fettige Haut aufgrund des fortschreitenden Alters weniger Talg sowie Schweiß produziert. Aufgrund der hingegen beibehaltenen Empfindlichkeit der Talgdrüsen folgen eine Überverhornung der Follikelhalswände und die Entstehung von kleinen, festen Mitessern.

Therapie der Acne tarda

Bei der Erwachsenenakne besteht die Therapie vor allem darin, den trockenen Hautzustand mittels einer hauttypgerechten Pflege und Reinigung der Haut zu behandeln. Lichttherapien aber auch das Auftragen von Fruchtsäuren und Feuchtigkeit in Form von Fett können erkrankter Haut helfen. Körperidentische Fette sind besonders wirksam: Feste Mitesser werden weicher und die Ausreinigung kann auf diese Weise bereits nach einigen Wochen stattfinden.

Doch nicht immer genügt eine äußere Behandlung. Bei schweren Akneerkrankungen verschreiben Hautärzte sogar Antibiotika zur inneren Behandlung. Da hormonelle Schwankungen insbesondere bei Frauen häufig als Auslöser der Akne fungieren, ist alternativ auch eine entsprechende Pille sehr sinnvoll. Da jedoch auch die Zusammensetzung des Hauttalgs bei Akne eine große Rolle spielt, sollten Aknepatienten zudem auf ihre Ernährung achten. Beispielsweise die Aufnahme von Zink und entzündungshemmenden alpha-Linolensäuren kann das Hautbild sichtlich verbessern.

Quelle: Pressemeldung Betriebskrankenkasse (BKK) Dr. Oetker

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