Zahl der AIDS-Toten in Deutschland tendenziell rückläufig
Aufgrund neuester Wirkstoffe und des Einsatzes von Kombinationstherapien (mehrere Medikamente) konnte die Lebenserwartung der HIV-Infizierten weiter erhöht werden. Das Sterbealter lag 2007 bei 50,0 Jahren, wobei Frauen im Schnitt 49,4 Jahre und Männer 50,1 Jahre alt wurden. 1997 lag das Sterbealter noch bei 42 Jahren.
Betroffen waren insbesondere Menschen zwischen 25 und 65 Jahren: Von den insgesamt 461 an AIDS verstorbenen Personen waren 85,7% in diesem Alter, wobei die Gruppe der 40- bis unter 45-Jährigen den größten Anteil ausmachte (21%). 81% der Verstorbenen waren männlich.
Im Jahr 2007 wurden bundesweit 1 822 an AIDS erkrankte Patientinnen und Patienten im Krankenhaus behandelt und entlassen. 89% dieser Patientinnen und Patienten waren zwischen 25 und 65 Jahre alt. Auch hier war die Altersgruppe der 40- bis 45-Jährigen am stärksten vertreten (23%).
Verglichen mit dem Jahr 2000 ist die Zahl der in den Krankenhäusern versorgten HIV-Erkrankten um 4 090 Personen zurückgegangen. Dies entspricht einem Rückgang um fast 70%.
Im Gegenzug ist jedoch die Zahl der Neuerkrankungen im Vergleich zum Vorjahr um 100 Fälle auf circa 2 800 HIV-Neuinfektionen im Jahr 2007 angestiegen. Dies zeigen die Daten zu den Neuerkrankungen des Robert-Koch-Instituts (AIDS-Fallregister). Insgesamt lebten Ende 2007 in Deutschland circa 59 000 Menschen, die an AIDS erkrankt sind. Seit Beginn des ersten dokumentierten Falls in Deutschland im Jahre 1982 wird die Anzahl der an AIDS-Erkrankten auf circa 86 000 geschätzt, von denen bisher circa 27 000 Personen verstorben sind.
Weltweit schätzte UNAIDS, das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS, die Zahl der 2007 an AIDS Verstorbenen auf etwa 2 Millionen (Erwachsene und Kinder). Mit dem Virus infiziert waren schätzungsweise 33 Millionen bei 2,7 Millionen Neuinfektionen im Jahr 2007.
Am schwersten von der Epidemie betroffen ist nach wie vor Afrika. 1,5 Millionen oder 75% der weltweit geschätzten Todesfälle entfielen 2007 allein auf die afrikanischen Länder südlich der Sahara. 22 Millionen oder 67% aller weltweit HIV-infizierten Erwachsenen und Kinder lebten dort. Die Neuinfektionen machten 1,9 Millionen oder 70% der weltweit geschätzten Fälle aus. UNAIDS zufolge trugen im Jahr 2007 in dieser Region rund 5% der erwachsenen Bevölkerung das Virus in sich.
In West- und Mitteleuropa stellte sich die Lage im internationalen Vergleich weniger schwerwiegend dar. 2007 starben laut UNAIDS 8 000 Menschen an der Immunschwächekrankheit. Die Zahl der Neuinfektionen wurde auf 27 000 Fälle geschätzt. Die Gesamtzahl der HIV-infizierten Erwachsenen und Kinder lag 2007 bei rund 730 000.
Quelle: Pressemeldung Statistisches Bundesamt
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