betaListe bietet Sozialrecht und Selbsthilfegruppen zum Nachschlagen

09.04.2001 | Augsburg
Die betaListe ist der erste Sozialführer im Gesundheitswesen. Sie vereinigt Sozialrecht und Selbsthilfegruppen übersichtlich und verständlich in einem Band und richtet sich an Ärzte, Apotheker und andere Fachkräfte im Gesundheitswesen.

Herausgeber und Finanzier ist die betapharm Arzneimittel GmbH, die Inhalte lieferten Mitarbeiter des beta Instituts für sozialmedizinische Forschung und Entwicklung, Augsburg, des Kindernetzwerks Aschaffenburg und der MediMedia, Neu Isenburg.

Das am 1. Juli in Kraft getretene Sozialgesetzbuch IX fordert unter anderem, dass Patienten bei der Krankheitsverarbeitung unterstützt und Kontakte zu Selbsthilfegruppen vermittelt werden. Das war bisher eine Lücke im Gesundheitswesen: Die medizinisch-technische Versorgung ist zwar sehr gut, aber die Betroffenen finden sich im komplizierten Gesundheitssystem kaum mehr zurecht und werden mit den Sorgen und Nöten, die eine Krankheit oft begleiten, allein gelassen. Die betaListe schließt diese Lücke und stärkt die soziale Fachkompetenz der Berufstätigen im Gesundheitswesen. Damit hilft das Nachschlagewerk auch, die neue gesetzliche Pflicht zu erfüllen.

Der erste Teil der betaListe bietet 400 Stichworte aus dem Sozialrecht von A wie "Abgestufte Erwerbsminderungsrente" bis Z wie "Zwischenübergangsgeld". Eingearbeitet wurden vor allem die Sozialgesetzbücher, die wichtigsten sind hier Kranken-, Renten- und Unfallversicherungsrecht, dazu Sozialhilfe, Kinder- und Jugendhilfe sowie das Schwerbehindertenrecht. Die betaListe beschreibt alle für Patienten wichtigen Bestimmungen. Sie wird immer dort ausführlicher, wo in der Praxis die meisten Fragen entstehen, nennt Beratungsstellen für individuelle Auskünfte und gibt konkrete Tipps für das praktische Vorgehen.

Den zweiten Teil der betaListe bilden 4162 Selbsthilfegruppen mit Adressen und Ansprechpartnern. Er ist alphabetisch nach Krankheiten bzw. Problemen sortiert. Selbsthilfegruppen leisten einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung und Orientierung von Patienten.

Die betaListe richtet sich vor allem an Ärzte, Apotheker und andere Berufsgruppen im Gesundheitswesen, die ihren Patienten mehr bieten wollen als die rein medizinische Behandlung. Das heißt nicht, dass der Arzt künftig eine sozialpädagogische Beratung machen soll. Die betaListe ermöglicht ihm aber, Erste Hilfe bei sozialen und rechtlichen Problemen zu leisten und kompetente Ansprechpartner zu nennen. Dem Patienten vermittelt diese Hilfe bei der Krankheitsbewältigung das wichtige Gefühl: Dieser Mediziner (oder Apotheker oder Therapeut) nimmt auch meine menschlichen Sorgen ernst.

Erstellt wurde die betaListe von vier Partnern, die ihre jeweilige Kompetenz einbrachten: Das gemeinnützige beta Institut für sozialmedizinische Forschung und Entwicklung hat sich als einzige wissenschaftliche Einrichtung in Deutschland auf die Sozialmedizin spezialisiert und betreibt unter anderem das betafon, den bundesweiten telefonischen Informationsdienst für Sozialfragen im Gesundheitswesen. Die MitarbeiterInnen wissen aus den täglichen Anfragen, welche Probleme Patienten und Ärzte haben. Das Kindernetzwerk Aschaffenburg brachte seine umfassende Kompetenz im Bereich Elternselbsthilfegruppen ein. Die MediMedia ist bekannt für ihre "Gelbe Liste" und andere Nachschlagewerke für im Gesundheitswesen Tätige und lieferte die Adressen der Erwachsenen-Selbsthilfegruppen für die betaListe. Die betapharm Arzneimittel GmbH gibt das Werk heraus und hat es komplett finanziert. Dieses Engagement entspringt der sozial verantwortlichen und sinnstiftenden Grundhaltung des Wirtschaftsunternehmens. Die betapharm sieht es als ihre Aufgabe, sozialmedizinische Kompetenz verfügbar zu machen. Beispiele dafür sind das betafon und die betaListe.

Die Vernetzung der vier Partner drückt das gemeinsame Anliegen aus, im Gesundheitswesen durch Vernetzung Synergieeffekte zu erzielen.

Quelle: Pressemeldung betapharm Arzneimittel GmbH

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