mammaNetz ist serienreif
Das Modell- und Studien-Projekt mammaNetz ist an einem entscheidenden Punkt seiner Entwicklung angelangt: "Wir sind jetzt so weit, sagen zu können: So sieht die wirkungsvolle Begleitung betroffener Patientinnen aus und so funktioniert sie in der praktischen Vernetzung mit weit über hundert Partnern", freut sich Diplom-Ökonomin Andrea Thorenz vom beta Institut für sozialmedizinische Forschung und Entwicklung, die mammaNetz zusammen mit der Gynäkologin Dr. Christa Rottscheidt leitet. Mit dem Übertrag des Modells auf andere Regionen beweist das beta Institut erneut seine Kompetenz, effektive Patientenmanagementmodelle zu entwickeln, umzusetzen und wissenschaftlich zu evaluieren.
Kompetente Unterstützung beim Übertrag
Übertragspioniere sind Coburg (Bayern), Meppen und Nordhorn (beide Niedersachsen). Ende 2004/Anfang 2005 wurde das jeweilige Konzept erstellt und Mitarbeiterinnen ausgebildet. Derzeit läuft die konkrete Einführung vor Ort, die ersten Patientinnen werden bereits betreut.
Einrichtungen, die mammaNetz einführen wollen, werden Schritt für Schritt vom beta Institut begleitet. In einem Workshop erarbeiten die Teilnehmer zunächst die Eckpunkte für den Aufbau ihrer Begleit- und Orientierungsstelle. Der nächste Schritt ist ein individuelles Consulting und Coaching vor Ort. Neben den räumlich-organisatorischen Anforderungen wird dabei vor allem auch die personelle Ausstattung geklärt. Die Mitarbeit bei mammaNetz erfordert qualifizierte Kräfte. Meist sind dies Sozialpädagoginnen oder onkologisch erfahrene Krankenschwestern, die zu zertifizierten "Case ManagerInnen für das Sozial- und Gesundheitswesen" weitergebildet werden. Träger der Fortbildung sowie der gesamten Begleitung ist das beta Institut, das den "mammaNetz-Töchtern" nicht nur ein Konzept, sondern die gesammelte Erfahrung aus Entwicklung, Einführung und Studie zur Verfügung stellt. Die nächste Informationsveranstaltung findet am 1. Oktober 2005 in Augsburg statt.
Arbeit auf zwei Ebenen: Patient und System
Für die erste Information über mammaNetz wurde jetzt eine Broschüre erstellt. Sie beschreibt das Modell, die angewandte Methode Case Management, die Ziele und Vorteile sowie die wissenschaftlichen Hintergründe: mammaNetz begleitet Patientinnen sektorenübergreifend entlang eines definierten Patientenpfades. Dieser beginnt unmittelbar nach der Diagnose und führt über sämtliche Behandlungsstationen bis zur Nachsorge. Von zentraler Bedeutung ist, dass mammaNetz auf zwei Ebenen arbeitet: Auf der Patientinnenebene werden sämtliche Belastungen erfasst, also auch psychosoziale oder organisatorische Probleme, die - unerkannt - die Therapie gefährden können. Auf der Systemebene werden alle Leistungserbringer miteinander vernetzt. Damit optimiert mammaNetz sowohl den Behandlungspfad als auch die Unterstützung der Patientin.
Entstehung, Förderung und Kooperationen
mammaNetz wurde 2003 auf Basis einer Vorstudie entwickelt, im Herbst 2003 startete die Begleit- und Orientierungsstelle mit der praktischen Arbeit. Ein Forschungsverbund unter Leitung des beta Instituts evaluiert das Modellprojekt. Die betapharm Arzneimittel GmbH ermöglichte die entscheidende Vorstudie zur Bedarfsermittlung sowie die Erarbeitung der ersten Studien- und Projektkonzepte von mammaNetz. Das Bayerische Gesundheitsministerium förderte die Implementierung und Machbarkeitsstudie im Rahmen der Gesundheitsinitiative "Bayern aktiv" mit 1,25 Millionen Euro. Für die Wirksamkeitsstudie hat das Bundesforschungsministerium bereits 35.000 Euro bezuschusst.
mammaNetz hat mit der AOK einen Vertrag zur integrierten Versorgung abgeschlossen, weitere Kassen sind interessiert. Die Machbarkeitsstudie befindet sich bereits in der Auswertungsphase. Erste Trends zeigen, dass sich die Patientinnen deutlich besser betreut und informiert fühlen.
Quelle: Pressemeldung betapharm Arzneimittel GmbH
Dieser Beitrag wurde bisher 73 mal gelesen.
(Rang 597 auf medikamente-und-arznei.de)
Weitere News
Das Handy als Thermometer, Blutdruck- und Blutzuckermesser
17.11.2011 | Smartphones können bei Therapie und Gesundheitschecks helfen Rund 15.000 Gesundheits-Apps Apps als...
weiter in Das Handy als Thermometer, ...Krankenkassen erreichen positives Finanzergebnis im ersten Quartal 2011
328 mal gelesen. Rang 20 auf medikamente-und-arznei.de.
17.06.2011 | In den ersten drei Monaten 2011 haben die gesetzlichen Krankenkassen ein Plus von 1,468 Milliarden Euro...
weiter in Krankenkassen erreichen positives ...Forschung zum Mitmachen: Boehringer Ingelheim auf dem Wissenschaftsmarkt in Mainz
322 mal gelesen. Rang 24 auf medikamente-und-arznei.de.
30.05.2011 | Boehringer Ingelheim präsentiert sich auch in diesem Jahr auf dem Wissenschaftsmarkt der Johannes...
weiter in Forschung zum Mitmachen: Boehringer ...Wider die Illusion
20.05.2011 | Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) mahnt dringenden Handlungsbedarf in bestimmten...
weiter in Wider die Illusion ...Steigende Zuzahlungen für Kassenpatienten
21.04.2011 | Kassenpatienten mussten im vergangenen Jahr 1,8 Milliarden Euro für Arzneimittel auf Rezept aus der eigenen...
weiter in Steigende Zuzahlungen für ...Aktuelles
Zedernsohle gegen Schweißfüße
Schweißfüße sind unangenehm Wenn die Füße riechen ist das...
weiter ...29. Oktober 2011: Weltschlaganfalltag
Schlaganfall-Hilfe bietet Informationen zur Steigerung der...
weiter ...Neuigkeiten
Wirkstoffverordnung bringt Patienten keine Vorteile - weiterhin Regressgefahr für Hausärzte
"Apotheker und Hausärzte arbeiten bei der...
weiter ...Apotheken stellen Versorgung der Patienten sicher
Wenn am 1. Juni 2011 die sechste Runde der...
weiter ...Weitere Themen
Offizieller Startschuss für brandenburgisches Telemedizin- Netz gefallen
Hochrisiko-Herzpatienten werden aus der Ferne rund um die...
weiter ...Bundesverwaltungsgericht unterstreicht Bedeutung des Nacht- und Notdienstes
Mit der jüngsten Entscheidung zum Nacht- und Notdienst in...
weiter ...Archiv
Das Handy als Thermometer, Blutdruck- und Blutzuckermesser
Smartphones können bei Therapie und Gesundheitschecks helfen...
weiter ...Krankenkassen erreichen positives Finanzergebnis im ersten Quartal 2011
In den ersten drei Monaten 2011 haben die gesetzlichen...
weiter ...Verschiedenes
Lebensmittelkontrollen: Aigner muss das Heft in die Hand nehmen
vzbv fordert Ende der Kleinstaaterei
weiter ...Gesund durch den Tag - auch im Netz: schlummernde Online- Kundenpotenziale für die Gesundheitsbranche
AGOF legt Sonderbericht "Gesundheit" in Zusammenarbeit mit...
weiter ...
